MAKLERPROVISION: KÄUFER MÜSSEN NUR NOCH MAXIMAL DIE HÄLFTE ZAHLEN

Nicht nur für junge Familien, die sich Traum von Eigenheim verwirklichen wollen, stellen die je nach Bundesland unterschiedlich deftigen Maklerprovisionen ein großes Ärgernis dar. Schließlich trägt aktuell in sechs Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Teile von Niedersachsen) der Käufer die gesamte Maklerprovision. Diese beträgt inklusive Mehrwertsteuer bis zu 7,14 Prozent. Je nach Kaufpreis werden so schnell 15.000 bis 20.000 Euro fällig. In allen anderen Bundesländern wird die Maklergebühr zwar offiziell geteilt, aber es ist nicht festgelegt welche Seite welchen Anteil zahlen muss. Das ist ist häufig Verhandlungssache, zum Nachteil der Käufer.

Halbe-halbe ist die Devise

Der Bundestag hat nun mit Mehrheit von CDU/CSU und SPD ein neues Gesetz beschlossen, dass endlich bundesweit für klare Regeln bei der Maklerprovision sorgen soll. Das „Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser“ sieht vor, dass die Maklergebühr künftig zu gleichen Teilen gesplittet wird. Wenn der Makler vom Verkäufer bestellt wurde, kann dieser maximal 50% der Maklergebühren an den Käufer durchreichen. Der Käufer muss seinen Anteil zudem erst dann überweisen, wenn der Verkäufer seine Zahlung nachgewiesen hat. Falls allerdings der Käufer einen Makler eingeschaltet hat, gilt auch umgekehrt der Grundsatz, dass in erster Linie der jeweilige Auftraggeber zahlungspflichtig ist. Auch in diesem Fall kann er maximal die Hälfte der anfallenden Kosten weitergeben.

Zuspruch vom ZIA

„Mit diesem Gesetz wird die Teilung der Maklerkosten konsequent in ganz Deutschland angewendet – das schafft Vertragssicherheit und Transparenz“, kommentiert Sun Jensch, Geschäftsführerin beim Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA, Spitzenverband der Immobilienwirtschaft die Pläne. „Auch die Teilung der Maklerprovision bei einseitiger Beauftragung sehen wir positiv. Durch die flexiblere Regelung kann insbesondere dem Gefälle der Nachfrage zwischen Metropolen und dem ländlichen Raum Rechnung getragen werden.“

Kritik vom IVD

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) sieht die Neuregelung hingegen kritisch. Er sieht keine Notwendigkeit, die Maklerkosten gesetzlich zu regulieren. „Jede Immobilientransaktion ist einzigartig und erfordert Flexibilität auch bei der Honorierung des Maklers“, sagte IVD-Präsident Michael Schick der Deutschen Presse-Agentur. Diese Flexibilität werden künftig stark eingeschränkt.

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