UTRECHT: EHEMALIGE WERKSTATT WIRD ZUR INNOVATIVEN DREHSCHEIBE EINES NEUEN VIERTELS

© Proloog

Das ehemalige Werkstattsgebäude Bovenbouwwerkplaats strahlt jede Menge industriellen Charme aus. Es befindet sich in Wisselspoor, einem neuen, umtriebigen Viertel von Utrecht. Um dieses industrielle Erbe so weit wie möglich zu bewahren, hat der Auftraggeber Synchroon das kreative Büro Studioninedots damit betraut, das Gelände der Werkstatt zu transformieren. Aus der rohen Werkstatt soll bald das neue Nachbarschaftszentrum von Wisselspoor werden, das ganz unterschiedliche Ideen, Konzepte und Ambitionen unter einem Dach bündelt. Die äußeren Bereiche sind dabei kleinen kreativen Unternehmen, Gastronomien und Nachbarschaftsfunktionen sowie Pionierinitiativen vorbehalten.

Lebendiges, grünes Straßenbild

Das Bovenbouwwerkplaats wird dadurch zur Drehscheibe für soziale Interaktionen. Das Ziel ist es, ein lebendiges Straßenbild zu erschaffen und kreative Köpfe anzulocken. Zu diesem lebendigen Straßenbild zählt auch, dass im Inneren verborgen ein Parkhaus in der ehemaligen Werkstatt entsteht. In dem zeitgenössischen, abstrakten Volumen findet die gesamte Nachbarschaft in einer einzigen Struktur konzentriert Parkmöglichkeiten. Dadurch reduziert sich zum einen der Autoverkehr durch die Umgebung hindurch. Zum anderen werden auf diese Weise vollgeparkte Straßen vemieden, die ein offenes und grünes Straßenbild trüben. Durch die Verlagerung der Parkplätze ins Innere bleibt draußen mehr Platz für einen öffentlichen grünen Raum. Außerdem bietet das neue Viertel auch Fußgängern und Radfahrern alle Annehmlichkeiten, um bequem und sicher von A nach B zu gelangen. Auch das fördert die aktive Nutzung des Grünraums.

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Erhalt des industriellen Charmes

Dieser Masterplan für das zwölf Hektar große Terrain ist das Kernelement einer größeren Sanierung des stillgelegten Eisenbahnhofs in Utrecht. Dieser soll zu einem gemischt genutzten Gelände werden, wofür ebenfalls Studioninedots verantwortlich ist. Das Büro aus Amsterdam legt besonderen Wert darauf, den industriellen Charme der ehemaligen Werkstatt zu bewahren. Es restauriert aus diesem Grund das Tragwerk, die Dächer sowie die Fassade, statt neu zu bauen.

Als Material für die neue Fassade und große Teile des Gebäudes verwenden sie konkaves, aluminiumfarbenes Streckmetall. Es setzt sich bis ins Innere des Bauwerks fort und zieht sich von der Spitze des Parkhauses bis zum Boden der Werkstatt. Zudem bildet es die Rückwand der Arbeitsräume. Hier soll vor allem die rohe, industrielle Atmosphäre erhalten bleiben. Das Streckmetall ist ein flexibles Material, welches das Gebäude je nach Tages- und Jahreszeit in ein anderes Gewand hüllt. Nachts beispielsweise wird der Bau subtil beleuchtet, wobei die Fassade das Licht reflektiert und das Gebäude in der gesamten Nachbarschaft erstrahlen lässt. 

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Die Transformation ist im Rahmen von Cityplot entstanden, einer Planungsstrategie, die verschiedene Orte in einem organischen Prozess in lebendige urbane Räume verwandelt. Die Nutzer dieser Räume haben dabei viel Einfluss auf die Ausgestaltung derer. Das Projekt in Wisselspoor soll bis 2021 fertiggestellt werden. Mehr Infos zum Architekturbüro findet ihr hier: www.studioninedots.nl.

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