ROTTERDAM: SCHWIMMENDE HÜHNERFARM FÖRDERT KREISLAUFWIRTSCHAFT

© Goldsmith.Company

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Das Architektur- und Stadtentwicklungsbüro Goldsmith hat wieder einmal ein besonderes Projekt für Rotterdam entwickelt. Es hat Pläne für eine urbane Hühnerfarm vorgelegt, die auf dem Wasser schwimmt. Das ist aber nicht die einzige Besonderheit an dem Projekt. Es basiert auf dem Kreislaufprinzip, um den ökologischen Fußabdruck des Gebäudes möglichst gering zu halten und andererseits dazu beizutragen, die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produkte der Region nachhaltig zu vergrößern.

Nachhaltige Farm auf drei Etagen

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Die Farm besteht aus drei Ebenen. Das unterste Stockwerk wird vollständig für den Anbau von Gemüse, Kräutern und unterschiedlichen Kressesorten genutzt. Auf der obersten Etage befinden sich die 7000 Legehennen. Zwischen diesen beiden Ebenen liegt eine eindrucksvolle Fabrikhalle, in der die aus den anderen Etagen stammenden Produkte unmittelbar weiter verarbeitet und verpackt werden können. Aufzüge und Schächte verbinden die Etagen miteinander. Somit werden Transportwege möglichst gering gehalten. Auf allen Ebenen wird das Kreislaufprinzip angewendet. Auf der größtenteils unter Wasser liegenden untersten Ebene der Farm, auf der Pflanzen produziert werden, wird warme, feuchte Luft rezirkuliert. Ein effizientes Luft- und Energiesystem reduziert die Emissionen von Geflügelstaub und Stickstoff. Aus Hühnermist entsteht Düngemittelgranulat. Außerdem ist der oben liegende Stahlrahmen mit Solarpaneelen ausgestattet und erzeugt einen hohen Anteil der erforderlichen Elektrizität an Bord.  

Für die Öffentlichkeit zugänglich

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Die Farm ist außerdem architektonisch so gestaltet, dass alle innen stattfindenden Prozesse für die Öffentlichkeit möglichst sichtbar gemacht werden. Die Gebäudeebenen haben jeweils ihr eigenes Erscheinungsbild aus Beton, vollständig transparentem Glas und transluzenten (also halb lichtdurchlässigen) Polycarbonatplatten. Die Bewohner können vor Ort miterleben, wie die Produkte entstehen, die sie konsumieren, und sich ein eigenes Bild von den Prozessen machen, ohne diese zu unterbrechen. Die Farm ist also einerseits ein funktionaler Bauernhof, andererseits erfüllt sie jedoch auch eine Bildungsfunktion für die Stadtbewohner. Sie wird an schon bestehende Kreisläufe vor Ort angeschlossen und soll ein neuer Teil des Stadtgefüges werden. Insgesamt wertet die Farm eine ungenutzte Fläche auf und ist ein Gebäude mit Wiedererkennungswert für das Stadtviertel. 

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