STEINFURT: NEUER GESUNDHEITSCAMPUS ENTSTEHT IN EHEMALIGEM WEBERQUARTIER

© Atelier Kempe Thill B.V.

In Borghorst (Steinfurt) wurde innerhalb eines städtebaulichen gutachterlichen Verfahrens einstimmig der Entwurf von Atelier Kempe Thill aus Rotterdam für die Entwicklung des Mauritius Health & Care Campus im historischen Weberquartier ausgewählt. Die Obergutachter bestanden aus Vertretern des Bauherren, der Kreisstadt Steinfurt, Fachvertretern aus Stadtplanung und Architektur sowie Sachvertretern aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich.

Zeitnah werden die weiteren Schritte für das anstehende Bauleitplanverfahren folgen. Insbesondere die Themen Artenschutz und die Altlastensituation sind dabei noch nicht abschließend geklärt, was sich allerdings in naher Zukunft ändern soll. Ebenso wird bald ein Verkehrsgutachten erstellt, um die zu erwartenden Verkehrsflüsse im betreffenden Bereich zu untersuchen. Daraus sollen Vorschläge für die Ausgestaltung der entstehenden Straßen entwickelt werden, wobei auch lärmtechnische Aspekte berücksichtigt werden. Ebenso gehört die Prüfung der Ver- und Entsorgungslage des neuen Campus zu dem Gutachten. 

Das Projekt wird von der IGP Projekt GmbH, einer Tochter der IGP Advantag AG, begleitet. Der Projektentwickler plant auf den Flächen des ehemaligen Weberquartiers ein Quartier mit einer Fläche von über 25.000 m². Das in optimaler Lage zwischen Rathaus, St. Nikomedes Pfarrkirche und dem UKM Marienhospital Steinfurt gelegene Viertel war etwa 120 Jahre lang Produktionsstätte für Garne. Nachdem der Betrieb 1980 eingestellt wurde und anschließend mehrere Brände die Fabrikgebäude heimsuchten, wurden diese schließlich 2018 größtenteils abgebrochen.

Gesundheitscampus mit Reha, Pflege und Wohnen entsteht

Bei der neuen Entwicklung sollen die Nutzungen Reha, Pflege und Wohnen auf der Fläche zu einem Gesundheitscampus kombiniert werden. „Der Gesundheitscampus und die neuen Wohnungen sollen sich in das bestehende Stadtgefüge integrieren, damit ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann“, erläutert Nils Schülke von der IGP Projekt GmbH. Neben der Entwicklung eines innovativen und vielseitigen Quartiers soll vor allem auch das historische Umfeld aufgegriffen werden. Ebenso wird Wert darauf gelegt, eine funktionale Verbindung des Campus mit dem nahegelegenen UKM Marienhospital Steinfurt zu etablieren. 

Noch steht die endgültige Aufteilung der Fläche nicht fest. Wahrscheinlich wird der größte Teil der Fläche für die Rehaklinik genutzt, die durch einen Therapiebereich und ein Bewegungsbad ergänzt werden soll. Das Pflegeheim könnte gemeinsam mit einer Pflegeschule sowie Appartements für die Pfleger auf einem kleineren Teil entstehen. Auch eine Kita ist auf dem Gelände geplant. „In enger Abstimmung mit dem zur Universitätsklinik Münster gehörenden Marienhospital Steinfurt wollen wir in Steinfurt einen Modellstandort schaffen, der das optimale Zusammenspiel von Akutkrankenhaus, stationärer sowie ambulanter Rehabilitation ermöglicht“, erläutert Stefan Gräf, Vorstand der IGP Advantag AG. 

Das Projekt umfasst ein Volumen von 120 Millionen Euro. Im Frühjahr 2021 soll mit dem Baustart begonnen werden, die Inbetriebnahme des Campus soll 2025 erfolgen. Gespräche mit künftigen Mietern und Betreibern laufen bereits. 

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