EINDHOVEN: DUTCH MOUNTAINS BILDEN NEUES BINDEGLIED

© Studio Marco Vermeulen

Mit der Realisierung der Dutch Mountains beginnt Eindhovens Entwicklung in Richtung Norden. Das Studio Marco Vermeulen hat die innovativen Ambitionen des neuen Stadtteils in einen außergewöhnlichen Entwurf übersetzt. Vielfältige Nutzungen und ein öffentlicher Charakter sollen dem Gebäude eine besondere Ausstrahlung verleihen und es zu einem neuen Begegnungsraum der Stadt machen.

Die Metropolregion Eindhoven ist die am schnellsten wachsende Wirtschaftsregion der Niederlande. Im Kontext dieser Entwicklungen wird die Stadt Eindhoven künftig Richtung Norden erweitert. Nördlich des Bahngeländes soll ein international ausgerichtetes Zentrum entstehen, in dem die Dutch Mountainsdas Bindeglied zwischen der Innenstadt im Süden, dem Campus der Technischen Universität und dem neuentstehenden Stadtteil bilden. Den Kreuzungspunkt der Dommel mit den Bahngleisen flankiert ein Park, der zugleich Standort und atmosphärischer Freiraumanker derDutch Mountainsist. Als innerstädtische Naturlandschaft bietet er Erholungs- und Sportmöglichkeiten, die den Gebäudekomplex zusätzlich beleben werden. Dank der unmittelbaren Nähe zum Hauptbahnhof ist auch das Stadtzentrum mit dem Fahrrad oder fußläufig in nur wenigen Minuten erreichbar. Darüber hinaus soll der Standort künftig einen Knotenpunkt für Car-Sharing Angebote und Elektromobilität bilden.

Das markante städtebauliche Statement ist bereits von Weitem erkennbar und öffnet Eindhovens Perspektive in Richtung Norden. Wenngleich die sich gegenüber stehenden Türme sowohl in ihrer Höhe als auch in ihrer Breite leicht variieren, bringen die harmonische Fassadenausgestaltung und das gemeinsame Erdgeschoss beide Gebäudeteile in Einklang. Aufgrund eines großzügigen Eingangsbereiches, in dem das Grün des Außenbereichs fortgeführt wird, entsteht ein fließender Übergang zwischen Parklandschaft und dem Inneren des Gebäudes.

© Studio Marco Vermeulen

Dem Leitgedanken der Begegnung folgend, ist das Erdgeschoss als öffentlich zugänglicher Raum zugleich Treffpunkt für Besucher:innnen und verknüpfendes Element des Gebäudes zur Umgebung. Ein großzügiges Atrium verbindet das Erdgeschoss mit dem ersten und zweiten Obergeschoss. Innerhalb dieses  Sockelbereiches finden sich ein gastronomisches Angebot, Sportanlagen, Geschäfte, Besprechungsräume, ein Ausstellungsbereich sowie ein Konferenzraum. Eine breite Treppe erschließt nicht nur den gesamten Bereich, sondern dient darüber hinaus auch als Sitzgelegenheit und Bepflanzungsmöglichkeit. Die oberen Etagen der Türme bieten Raum für Büronutzungen und offen gestaltete Arbeitsflächen. Die sich an die jeweiligen Etagen angliedernden Terrassen verbinden die Ebenen mit dem spektakulären Kollektivraum des Gebäudes. Die Dachterrassen sind jeweils durch Treppen miteinander und dem Erdgeschoss verbunden. Sie wecken Assoziationen an einen Bergpfad und motivieren die Besucher:innen den „Aufstieg“ anstelle der Aufzugfahrt anzutreten. Im nordöstlichen Turm finden sich ausschließlich Wohnungen, von denen über die Hälfte zu einem mittleren Preis-Segment gehören. Im südwestlichen gibt es Kurzzeitwohnungen und ein Hotel. Highlight des Gebäudekomplexes ist eine Rooftop-Bar, die einen spektakulären 360-Grad-Blick über ganz Eindhoven bietet.

© Studio Marco Vermeulen

Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde nicht nur auf vielfältige Nutzungen und weitgehend vorgefertigte Bauteile Wert gelegt, sondern auch die Baumaterialien präzise ausgewählt. Der Großteil der in hybrider Bauweise geplanten Hochhäuser wird Massivholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern sein. Das Atrium fasziniert durch seine vollständige Ausführung in Holz, durch das der Luftraum umso spektakulärer wirkt. Auch die Decken der Obergeschosse sind aus Holz und verleihen den Wohnräumen eine angenehme Atmosphäre. Aus statischen und schalltechnischen Gründen werden lediglich die Kerne der Türme sowie einige weitere Bauteile aus Beton hergestellt. Die Richtung Süden und Westen ausgerichteten Fassaden der Dutch Mountainswerden mit Sonnenkollektoren ausgestattet, die Energie erzeugen. Soweit möglich, regulieren natürliche Prinzipien das Raumklima. Aufgefangenes Regenwasser dient zur Bewässerung der inneren Begrünung; überschüssige Wasser wird über einen kleinen künstlichen Bach im Eingangsbereich zurück in die Dommel geleitet.

Die Dutch Mountainsüberzeugen nicht nur als starke architektonische Geste, sondern setzen darüber hinaus neue Maßstäbe im Hinblick auf eine nachhaltige Ausarbeitung. Als Pionierprojekt und neue Landmarke im Norden Eindhovens richten sie den Blick gen Zukunft und geben den innovativen Anspruch an den neu entstehenden Stadtteil vor.

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