VORORT VON SYDNEY VERBANNT DUNKLE DÄCHER AUS DEM STADTBILD

In Australien werden die Auswirkungen der globalen Erderwärmung immer spürbarer und auch sichtbarer. Neben dem immer wärmeren Wasser, dass zunehmend die Ökosysteme im Meer durcheinander bringt und der weiter wachsenden Waldbrandgefahr, wird es in bestimmten Regionen im Sommer mittlerweile so heiß, dass der Alltag der Menschen nur noch eingeschränkt stattfinden kann. „Im Westen Sydneys herrschen im Sommer bereits Temperaturen von über 50 Grad“, so Rob Stokes, Minister für Planung und öffentliche Räume, gegenüber dem Sydney Morning Herald. „Die Notwendigkeit, sich anzupassen und die Hitze in den Städten einzudämmen, ist keine zukünftige Herausforderung – sie ist bereits da.

Wärmeinseleffekt verstärkt das Problem in urbanen Gebieten

Als Reaktion auf die häufigen Hitzwellen, verabschiedet sich die Regierung in New South Wales nun von den für die Region typischen schiefergrauen Dächern. Der Wilton Development Control Plan für den Vorort im Westen Sydneys schreibt außerdem vor, dass die Grundstücke zukünftig so groß sein müssen, dass ein Baum im Garten stehen kann. Zusammen mit den kühlen Dächern erhofft man sich dadurch einen Beitrag zur Bekämpfung des städtischen Wärmeinseleffekts. Dieser sorgt dafür, dass die Temperaturen in Städten aufgrund der dichten und häufig dunklen Infrastruktur, die Licht absorbiert und als Wärme wieder abgibt, höher sind als in der Umgebung.

Kühle Dächer könnten die Temperaturen bei Hitzewellen reduzieren

Der Beschluss kommt, nachdem der jüngste IPCC-Klimabericht festgestellt hat, dass die Durchschnittstemperaturen in Australien seit der industriellen Revolution aufgrund des vom Menschen verursachten Klimawandels bereits um 1,4 Grad Celsius gestiegen sind. Damit erwärmt sich das Land schneller als die globalen Durchschnittstemperaturen und nähert sich der kritischen 1,5-Grad-Grenze, die im Pariser Klimaabkommen festgelegt wurde.

Aufgrund des beschriebenen Wärmeinseleffekts macht sich dies in Metropolen wie Sydney noch stärker bemerkbar. Die gemessenen Rekordtemperaturen der letzten Jahre, veranlassen Expertinnen bereits zu der Einschätzung, dass in wenigen Jahrzehnten ganze Regionen auf dem Kontinent unbewohnbar werden könnten.


Beitragsbild: © unsplash

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