Revive

Das als „Zeitz Museum of Contemporary Art Africa“ (Zeitz MOCAA) getaufte neue Museum wird sich auf 9.500 m² über neun Stockwerke des Silos ausbreiten. Bei der Umnutzung des 1921 erbauten und 1990 stillgelegten Getreidespeichers an der Victoria & Alfred Waterfront, der Flaniermeile Kapstadts, legt das britische Architekturbüro Heatherwick Studio besonderen Wert auf den historischen Charakter des Gebäudes. Intention der Architekten ist nicht nur, in einem ehemaligen Industriegebäude Kunst auszustellen, sondern eine neue Art von Museum für Afrika zu schaffen. Die Herausforderung dabei liegt darin, die ursprüngliche industrielle Identität des denkmalgeschützten Gebäudes zu bewahren, um so dem Charakter des Baus als Herzstück des Bezirks und als kulturelle Institution Tribut zu zollen.

Geprägt ist das Gebäude von 42 Betonröhren, die als Luftschächte 33 m in die Höhe ragen. Die Säulen sind im Durchmesser 5,5 m breit und begrenzen die Fläche im Gebäudeinneren stark, da sie nur kleine Räume mit einem minimalen Tageslichteinfall zulassen – alles andere als ideale Voraussetzungen für die Umgestaltung einer Industrieruine zu einem Museumskomplex. Doch statt das Silo komplett zu entkernen, macht Architekt Thomas Heatherwick aus dieser Not eine Tugend: In seinem Entwurf schneidet er aus dem Inneren der Röhren ein Atrium heraus, um Glasaufzüge in die Hohlräume der Säulen zu integrieren und Platz zu schaffen. Beinahe zwei Drittel des renovierten Gebäudes können so Ausstellungen gewidmet werden.

Das Design des umfunktionierten Gebäudes besticht durch eine harmonische Verbindung aus Beton und Metall mit lichtdurchfluteten Freiflächen. Die größte äußere Veränderung des monumentalen Bauwerks sind Glaskuppeln, die im Zuge der Umnutzung auf die bestehenden Betonröhren gesetzt werden. Diese lassen bei Tag ein Maximum an Licht hinein und das Gebäude bei Nacht wie Laternen im Hafen Kapstadts erstrahlen.

Mitinitiator des Projektes ist Jochen Zeitz, ehemaliger Geschäftsführer von Puma, Chief Sustainability Officer der Mutterfirma Kering und Gründer der Zeitz Foundation of Intercultural Ecosphere Safety. Fünf Jahre lang suchte Zeitz nach einem geeigneten Standort in Afrika für seine Zeitz Collection – eine der umfassendsten Sammlungen moderner afrikanischer Kunst.

Seine Kunstsammlung wird in dem nach ihm benannten Zeitz Museum of Contemporary Art Africa permanent ausgestellt sein. Neben diesen Exponaten präsentiert das Museum auch Wechselausstellungen afrikanischer Künstler. Das Atrium bietet Platz für monumentale Auftragsarbeiten, während ein Tunnelsystem unter dem Silo ungewöhnliche Räumlichkeiten für temporäre Interventionen schafft.

9.500 m², neun Stockwerke, 80 Galerien und ein Dachterrassen- Skulptur-Garten mit Blick auf die Promenade Kapstadts, den Hafen und den Tafelberg – bis dahin dauert es jedoch noch. Die Eröffnung des Museums ist für 2016 geplant und geht mit der wirtschaftlichen und kulturellen Wiederbelebung des historischen Gebäudes einher.

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