Zukunft gestalten

Im Rahmen des Strukturwandels ist es Düsseldorf gelungen, sich von einer ehemals industriell geprägten Stadt zu einem erfolgreichen Dienstleistungsstandort zu wandeln. Die Landeshauptstadt kann auf eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung zurückblicken und verfolgt weiterhin das Ziel, den hohen Ansprüchen an die Produktivität, die Arbeitsplatz- und Lebensqualität sowie an die Infrastruktur gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund gibt es einen permanenten, vorausschauenden Abgleich mit aktuellen und zukünftigen Zielen und Erfordernissen – erfahrbar wird dies für den Bürger und den Besucher durch die vielfältigen Investitionen und Veränderungen im Stadtgebiet.

Die deutlichste Bestätigung der Zielerreichung erfährt Düsseldorf durch das stabile positive Bevölkerungswachstum, mit dem sich die Stadt nicht nur wirtschaftlich als „wachsende Stadt“ präsentiert. Aktuell wurde die einstige Zielmarke von 600.000 Einwohnern – schneller als alle Prognosen vorhersagten – überschritten und neben einem positiven Wanderungssaldo mit einem Geburtenüberschuss 2014 auch ein positives natürliches Bevölkerungswachstum erzielt.

Diese Entwicklung ist kein Selbstläufer, sondern Ergebnis zielgerichteten Handelns und vor allem einer strategischen Zukunftsplanung. Die zukünftige Entwicklung Düsseldorfs beruht dabei auf drei Säulen: der Steigerung der Wohn- und Lebensqualität, der Stärkung des Wirtschaftstandortes und der Förderung von Kultur, Bildung und Sport. Es bleibt die vorrangige Zielrichtung, die Identität der historisch gewachsenen Stadt zu erhalten und Tradition und Innovation gleichberechtigt zu fördern.

Im Ergebnis wird der Status der lebenswerten Stadt durch eine authentische Entwicklung der unterschiedlichen Stadtquartiere und Stadträume fortgeschrieben werden. Dies beinhaltet, dass die Entwicklung der bebauten Innenbereiche absoluten Vorrang vor der Inanspruchnahme von Flächen im Außenbereich erhält, damit die vorhandenen Landschaftsräume geschützt und erhalten bleiben und weiterhin der Naherholung dienen können.

Besonders die Lage am Rheinstrom prägt das Stadtgefüge und das Lebensgefühl der hier lebenden Menschen. „Leben und Wohnen am Wasser“ ist ein wichtiger Düsseldorfer Standortfaktor, der in der Stadtentwicklung und Stadtplanung zu Recht besondere Berücksichtigung findet.

Düsseldorf ist aber weit mehr als ein erfolgreicher Dienstleistungsstandort, an dem man gut wohnen kann – Düsseldorf ist eine Stadt mit einer einzigartigen und unverwechselbaren Mischung aus Tradition und Innovation. Diese Mischung prägt die Architektur, die vielen unterschiedlich strukturierten Quartiere wie der MedienHafen und viele aktuelle Beispiele in der Innenstadt. Insbesondere die Jahrhundertprojekte U-Bahn-Bau „Wehrhahnlinie“ und „Kö-Bogen“ werden einen enormen Mehrwert für die Stadt, insbesondere für die Innenstadt, entfalten und sehr schnell zu einer völlig veränderten Wahrnehmung dieser zentralen Innenstadtbereiche führen.

Durch die Tunnelanlagen wird die mit den Hauptverkehrsachsen verbundene Trennwirkung aufgehoben und die Innenstadt von verkehrsbedingten Emissionen des Straßenverkehrs entlastet. Die Erweiterung und Verlängerung des Hofgartens wird zu einer erheblichen Steigerung des tatsächlichen und „gefühlten“ Grünflächenanteiles führen. Bereits heute ist die Wirkung dieser Projekte auf das gesamte Gefüge der Innenstadt für alle Beteiligten (Bürger, Investoren, Anwohner, Einzelhändler und Besucher) nachhaltig und positiv.

Mit dem Kö-Bogen offenbaren sich neue, bisher ungeahnte Entwicklungsperspektiven für große Bereiche der Innenstadt: Der Verkehr kommt weitgehend unter die Erde, der Hofgarten wird – in Anlehnung an historische Vorbilder – deutlich vergrößert und erhält eine „fließende“ Anbindung an die nördliche Kö. Von großer städtebaulicher Bedeutung ist ebenfalls die erfolgte Neufassung des Schadowplatzes und der Stadträume Gustaf- Gründgens-Platz sowie der städtebaulichen Achse vom Hofgarten bis zur Johanneskirche – Letztere erst ermöglicht durch den Abriss der einstigen Hochstraße.

Die fertiggestellte Bebauung und Raumgestaltung auf dem vormaligen Jan-Wellem-Platz, ein Entwurf des New Yorker Stararchitekt Daniel Libeskind, ist ein wichtiger erster Baustein im Gesamtprojekt, dem bald der zweite Bauabschnitt mit weitreichender Bedeutung für die Stadträume Schadowplatz, Gustaf- Gründgens-Platz und die städtebaulichen Achse vom Hofgarten bis zur Johanneskirche folgen wird. Prägend für den Entwurf von Daniel Libeskind ist die Fassade aus Glas und weißem Naturstein, die zur Wasserseite hin mit diagonalen Schnitten aufgebrochen wird. Diese Schnitte werden mit hängenden Gärten bepflanzt. Als „Spiegel des Hofgartens“ bilden die Gebäudeteile mit ihren begrünten Fassaden und Dächern einen organischen Übergang zwischen Stadt und Natur. Zugleich erhält die Königsallee – endlich wieder – einen architektonisch würdigen Abschluss.

Der zweite Bauabschnitt wurde vom Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven entwickelt. Im Kern handelt es sich dabei um ein schräg ansteigendes Gebäude in Nachbarschaft zum Dreischeibenhaus und einen gegenüberliegenden Block entlang der Schadowstraße mit einer vollkommen begrünten Fassade zum Gustaf-Gründgens-Platz hin. Der Entwurf verfolgt die Zielsetzung der Erweiterung des Hofgartens nach Süden in den Bereich des Jan-Wellem-Platzes (neu) und entwickelt dabei die Idee einer Tallandschaft zur Freihaltung der Blickbeziehung zum Gustaf- Gründgens-Platz. Entsprechend werden die neu geplanten Gebäude skulptural als „Berge“ ausgebildet, die abgeschrägt ihren landschaftlichen Bezug durch Dach- und Fassadenbegrünung erhalten.

Für das Dach des schrägen Gebäudes wird eine öffentliche Zugänglichkeit des begrünten Bereiches festgeschrieben. Verankert wurden zudem Bereiche für Gastronomie und Einzelhandel. Der Abschluss dieser bedeutenden Maßnahmen liegt nun in der „nahen“ Zukunft. Die Inbetriebnahme der „Wehrhahnlinie“ ist für Anfang 2016 und die Fertigstellung des zweiten und abschließenden Bauabschnittes des Kö-Bogens ist für das Jahr 2018 geplant. Parallel wird die Neugestaltung der Schadowstraße zur Fußgängerzone vollzogen.

Auch nach diesem Meilenstein wird die Stadtplanung und -entwicklung fortgeführt. Die stetigen Aufgaben, wie z. B. Neustrukturierung bestehender Stadtquartiere, Errichtung und Ausbau von Kindertagesstätten, der Masterplan Schulen, Schaffung zusätzlichen Wohnraums, Gestaltung öffentlichen Raumes und viele weitere, bleiben weiterhin im Visier der zukünftigen Entwicklung.

Auch in Zukunft wird „das Eine ins Andere“ greifen und die Entwicklung wird vorangehen – z. B. sind dabei die Veränderungen im Gebäudebestand, beispielsweise durch Überplanung von ganzen Stadtquartieren zur Attraktivitätssteigerung vorhandener oder gewünschter Wohnnutzungen, bei der Optimierung von Wohngebäuden und der Umnutzung von Bürogebäuden zu Wohnnutzungen zu nennen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.