VERBORGENES KLOSTER FÜR DIE KUNST

Durch das neue Kunst- und Besucherzentrum soll die Altstadt von Suncheon in Südkorea wiederbelebt werden und eine eigene Plattform für Kunst bekommen. Man entschied sich für den ungewöhnlichen und architektonisch spannenden Vorschlag des indischen studio MADe.

Kultur ist ein dynamisches gesellschaftliches Konstrukt, das sich immer weiterentwickelt. Vor diesem Hintergrund versucht der Entwurf daher, eine urbane Beziehung zu schaffen, die beständiger ist, als temporäre Prozesse. Durch die reine Wegnahme von Erdreich planen die Architekten die Entwicklung eines psychologischen „Leerraumes“ auf der über 10.500 Quadratmeter großen Fläche mitten in der dichten Altstadt von Suncheon. Dadurch entsteht ein quadratischer Innenhof, der nach oben hin offen ist und nahtlos an das Flussufer anschließt. Der unterirdische Bereich ist als solide Basis in Granit gehalten. Die einzelnen Ausstellungsräume setzen sich aus 3.60 x 3.60 Meter großen Modulen zusammen.

Nur zwei helle Baukörper, die rhythmisch durch Kolonnaden gegliedert werden, heißen die Besucher auch zur Straße hin willkommen. Ein Park verdeckt den Einblick in den viereckigen Innenhof und schirmt ihn auch von Geräuschen ab. Dadurch entsteht mitten im urbanen Zentrum der 270.000-Einwohner-Stadt eine grüne Insel, ein „stilles Kloster“. Die Parkanlage stellt auf Wunsch der Stadt das Thema Nachhaltigkeit und verantwortungsvoller Umgang mit der Flora in den Fokus.

Der Entwurf von studio MADe ist als kontemporäre Neuinterpretation von typischen Elementen der koreanischen Architektur zu verstehen: „Memory is evoked all the while, through re-interpretation of the traditional elements and a play on contrasts between density and void, heaviness and lightness, the subterranean world and the pavilion.“

Alle Bilder © MADe

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