HOME NOT SHELTER!

Neue Wohnformen für Flüchtlinge und Migranten – Fragen zur Verbesserung der Flüchtlingssituation sind oft auch Fragen der Architektur. Das Wohnen kann einen entscheidenden Einfluss auf das Wohlbefinden, das Abbauen von Vorurteilen und eine gelungene Integration haben. Als einen besonderen Wohntypus haben Architekturstudenten die gemeinsame Unterbringung von Asylsuchenden und Studierenden untersucht. Für das Projekt „Home not Shelter! gemeinsam leben statt getrennt wohnen“ entstanden an der TU Wien, der TU Berlin, der Leibniz Universität Hannover, der Jade Hochschule Oldenburg und der TU München vielseitige Entwürfe, die zeigen, wie eine solche gemeinsame Unterbringung ermöglicht werden kann.

Dem eigentlichen Entwurf ging eine ausgiebige Recherchearbeit voran, die sich mit Wohnen in Gemeinschaft, sozialem Wohnungsbau, Wohntypologien in anderen Kulturen und auch der Migration befasste. Begleitend zum Kursprogramm an der eigenen Universität trafen sich die teilnehmenden Studierenden insgesamt vier mal gemeinsam zu Workshops in verschiedenen Städten, wo sie sich untereinander austauschen konnten und Input von Experten zu verschiedenen Aspekten ihrer Arbeit bekamen.

Dazu wurde das Wissen und die Erfahrung von Flüchtlingsinitiativen, Kulturprojekten, CoWorkingSpaces, kollektiv betriebener Werkstätten oder alternativer Wohnprojekte nutzbar gemacht und vergleichbare Projekte besichtigt.

Im Februar 2016 wurden die Projekte bei den Social Design Elevation Days der Hans Sauer Stiftung in München vorgestellt, die jeweils besten jeder Universität besonders geehrt und der Öffentlichkeit präsentiert. Die Entwürfe beschränken sich oft nicht nur auf die Entwicklung einer guten Gemeinschaftsunterkunft, sondern behandeln auch andere Themen wie bezahlbares Wohnen, partizipatives Bauen, flexible Grundrissgestaltung, Clusterwohnen, integrative Maßnahmen und städtische Nachverdichtung. So sind kreative, lösungsorientierte und praktikable neue Ideen entstanden, die die Wohnungsnot von Studierenden und Asylsuchenden gleichzeitig angehen.

Die Siegerentwürfe werden im Detail auf dem Projektblog www.homenotshelter.com vorgestellt und können als Inspiration für Architekten, Stadtplaner, Politiker, Investoren, Organisationen und Bürger dienen.

„Wohnen ist nicht nur eine Frage der Unterbringung, sondern ein Grundrecht“ (Hans Sauer Stiftung)

 

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