BEI KLANGRUNDGÄNGEN DIE STADT HÖREN

Oftmals blenden wir die Klangwelt der Stadt unweigerlich aus: mit Kopfhörern in den Ohren hasten wir durch die Einkaufsstraßen, um geplante Besorgungen zu erledigen, wir flanieren in Gespräche vertieft mit Freunden an den Ladenzeilen vorbei oder sind ganz in unsere Gedanken vertieft. Die visuellen und vor allem auditiven Eindrücke komplett aus.

Mittlerweile gibt es aber in immer mehr Städten auf der Welt, sei es in New York, in Basel oder auch in Essen, den Trend des „Soundwalken“, bei dem Klangexperten auf eine Reise durch die verschiedenen Töne der Stadt einladen. Mit geschlossenen Augen und selbstverordneter Stille fällt das anfangs leichter: den Gehörsinn schärfen und die verschiedenen Geräusche voneinander separieren oder als Ganzes in sich aufsaugen, die Stadt so auf eine andere als die visuelle Art erfahren und verstehen.

Wie ist eine Stadt aufgebaut? Welchen Bodenbelag finden wir vor und wie verhält er sich, wenn wir mit einem Pfennigabsatz über ihn hinweggehen? Wie klingt ein Tunnel abseits des Echos? Wie klingt das Plätschern eines Brunnens, wenn der Wind durch das Wasser pfeift? Das alles sind Fragen, die wir uns entweder noch gar nicht gestellt haben oder die für uns in unserer schnelllebigen Welt in den Hintergrund rücken.

Die Klanglandschaft ist nicht nur ein Spiegelbild der Städteentwicklung, sondern auch ein Werkzeug für gesellschaftliches Miteinander, das Konflikte der Raumgestaltung und mögliche Lösungsansätze aufzeigen kann.

Ein Beitrag zum Klangrundgang im Basel ist online aufrufbar.


Bild © Avant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.