„SMOG-ESSENDE“ MUSIKAKADEMIE KRAKAU

Das polnische Architekturbüro FAAB hat ein Konzept für eine Musikschule in Krakau vorgestellt, das ein kantiges Volumen mit einem Moosdach kombiniert, das in der Lage ist, große Mengen Luftschadstoffe aufzunehmen. Hintergrund ist die zunehmende Luftverschmutzung vor allem in Großstädten wie London und Peking, die weltweit das Bewusstsein für grüne Architektur schärfen.

Die im Rahmen eines Wettbewerbs eingereichten Entwürfe auf dem Gelände einer ehemaligen Militärbasis nahe der Weichsel stellen die Krakauer Musikakademie als eine Gruppe von drei Gebäuden dar. Das von den Architekten eingeplante Moos auf einigen der Schrägdächer stammt von der deutschen Firma Green City Solutions, die diese natürlichen Smog-reduzierenden Pflanzen entwickelt haben. Die Technologie macht sich eine bestimmte Mooskultur zu nutze, die Schadstoffe wie Distickstoffoxid, Ozon und andere Partikel anzieht und in ihre eigene Biomasse umwandelt. Oder, wie die Firma es formuliert: „Das Moos frisst wortwörtlich die Luftverschmutzung“.

Durch die Bepflanzung von rund 1300 Quadratmeter der Außenfläche soll laut Plan ein Effekt erzielt werden, der mit dem Anpflanzen von 33.000 Bäumen zu vergleichen ist. „Die Luftreinigung ist besonders wichtig in einer Stadt, die ständig mit durch Luftverschmutzung verursachten Problemen kämpft. Allein im Winter werden die Grenzwerte teilweise um das Fünffache überschritten.

Die neue Musikakademie soll sich mit ihrer linearen Form in einen Park integrieren und könnte Teil eines Masterplans werden, der Krakau wieder stärker als Musik-Hauptstadt etabliert. Zusätzlich sollen einige der führenden musikalischen Einrichtungen der Stadt in die neuen Gebäude umziehen, die unter anderem die wichtigsten Lernräume bereitstellen würden. Ein Konzertsaal befindet sich in der Nähe des Flusses, ein kleines Gästehaus soll seinen Platz neben dem Haupteingang bekommen.


Bilder © FAAB Architektura

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.