POLIS KEYNOTES JAHRESEMPFANG // WAS IST GUTE ARCHITEKTUR?

„Die Kennzeichen von Qualität?“, fragt Prof. Thomas Fenner von FSWLA Landschaftsarchitekten in die Diskussionsrunde und beantwortet sie gleich selbst: „Wir brauchen Leute mit Visionen. Es ist nicht nur die Fassade, die gute Architektur ausmacht, es ist vor allen Dingen die Idee, wie sich das Gebäude anfühlt. Viele erfolgreiche Gebäude leben aus der Idee und dem Grundriss heraus.“

Der Abend des polis Keynotes Jahresempfangs, der am 16. Februar im Kaiserbahnhhof in Köln stattfand, widmete sich diesmal ganz der Frage nach „guter Architektur.“ Wie wollen wir die Stadt von heute architektonisch gestalten? Warum brauchen wir überhaupt Qualität in der Architektur und im öffentlichen Raum? Welche Instrumente helfen, um Qualität zu erreichen?

Nach einem einleitenden Vortrag von Prof. Thomas Fenner, der stets den öffentlichen, gemeinsam gestaltbaren Raum in den Mittelpunkt seiner Definition von guter Architektur stellte, folgten zwei Beiträge aus Perspektive der Projektentwicklung: Martin Dornieden von der Dornieden Generalbau GmbH und Martin Koll von der WvM Immobilien + Projektentwicklung präsentierten einige aktuelle Projekte, sodass sich die knapp 100 Gäste einen guten Eindruck von der Arbeit der jeweiligen Unternehmen machen konnten.

Erst in der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Runde um Stefan Rappen, Fachanwalt für Bau- und Immobilienrecht, sowie Moderator Prof. Dr. Busmann von polis erweitert. Was folgte war eine spannende Auseinandersetzung über Qualität in der Architektur: „Wir haben für den bauseitigen Rahmen so viele Vorgaben, was Energiestandards usw. betrifft, das ist meiner Meinung nach schon überreguliert, aber das ist eben auch eine Qualitätskomponente“, meinte der Anwalt selbst und bot mit dieser Aussage eine ideale Ausgangslage für eine spannende Auseinandersetzung über die Sinnhaftigkeit von Energiestandards und Bauvorschriften. „Im Prinzip muss der Gesetzgeber nur ganz wenige Regularien machen. Denn er schmeißt uns zu mit allen möglichen Mitteln und meckert später darüber, dass alles so teuer geworden ist“, meinte Prof. Thomas Fenner zu dem Thema. Und Martin Dornieden fügte hinzu: „Wir hatten tatsächlich noch nie einen Kunden, der sagte, dass er sich eine Maßnahme wünsche, die aus diesen Regulierungen kommt. Noch nie. Es wäre genial, wenn das passen würde. Eine gesetzliche Verordnung und die Wünsche der Kunden.“

Einig waren sich alle Teilnehmer darüber, dass die vielen Regularien oft der Grund für schlechte Architektur sind, dass durch weniger Vorgaben individueller, kreativer, smarter und auch billiger gebaut werden könnte und dass vor allem Holland in diesem Zusammenhang mit guten Beispiel voran ginge. Außerdem gehörten zur Umsetzung einer anspruchsvollen und gleichzeitig prozessschlanken Architektur intelligente Führungskräfte im Bereich der Architektur selbst, in der Immobilienwirtschaft sowie auch in der Projektentwicklung.


 

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Bild © Andreas Fischer

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