POLIS KEYNOTES BREMEN: NEUE ARBEITSWELTEN

Im Zuge des Megatrends New Work stellen flexible und innovative Arbeitswelten einen unverzichtbaren Erfolgsfaktor für die Unternehmenslandschaft dar. Dabei ist Immobilienwirtschaft in gleich zweifacher Weise von dieser Entwicklung betroffen: Einerseits muss sie sich einer neuen Generation von Arbeitnehmern als zukunftsfähiger Arbeitgeber präsentieren und andererseits die Anliegen neuer Arbeitswelten in der Entwicklung von Lebens- und Arbeitsräumen verstehen und mitdenken. Unter dem Titel „Neue Arbeitswelten: Herausforderungen für die Immobilienwirtschaft“, lud die Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) gemeinsam mit polis bereits zum zweiten Mal im Format der polis Keynotes die Entscheider der Immobilienwirtschaft nach Bremen ein. Auf dem atmosphärischen Kellogg-Areal, wo noch bis 2017 die bekannten Frühstücksflocken produziert wurden, stand vor allem die Frage nach den Anforderungen an Bestands- und Neubauimmobilien bei der Realisierung neuer Arbeitswelten im Fokus der Abendveranstaltung.  

DIE STARKE BREMISCHE IMMOBILIENWIRTSCHAFT

Das Grußwort sprach Dr. Klaus Meier, Investor und Geschäftsführer der Überseeinsel GmbH. Bereits im Rahmen einer vorangegangenen Führung hatten die Besucher die Gelegenheit, sich einen Eindruck vom Areal zu verschaffen. Langfristig ist hier die Realisierung eines neuen, urbanen Stadtquartiers geplant. Meier stellte heraus, dass eine zukunftsfähige Planung von Quartieren in unmittelbarem Kontext zu Gestaltungsfragen neuer Arbeitswelten steht. Für das Thema des Abends stellte die ehemalige Produktionshalle der Kellogg’s Fabrik auf der Überseeinsel daher ein ansprechendes Ambiente dar. 

Im Anschluss führte Gastgeber Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen, thematisch in den Abend ein. Einleitend unterstrich er die besondere Relevanz der Veranstaltung: „Bremens Immobilienwirtschaft ist stark – aber der Markt ist von großen Veränderungen geprägt. Es gilt, neue Ansätze zu entwickeln und neue Nutzungsformen zu diskutieren. Dafür haben wir gemeinsam mit polis ein erfolgreiches Forum geschaffen.“ Erfreut zeigte er sich darüber, dass das Format an diesem Abend auch durch überregionale Entwickler bereichert wurde. Denn neue Impulse für die bremische Immobilienwirtschaft sind laut Heyer unerlässlich, damit Bremen als starker Standort auch zukunftsfähig bleibt. Anschließend übernahm Professor Dr. Johannes Busmann das Wort und unterstrich die ungebrochene Relevanz des Themas New Work für Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung: Die Realisierung flexibler und innovativer Arbeitsumgebungen erachtet er in der sich stetig verdichtenden Stadt als wichtigste Aufgabe der Arbeitgeber und somit auch der Immobilienwirtschaft. Für den Abend versprach er sich eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik: Es werde aus der Perspektive der Entwickler sowohl der Neubau als auch die Revitalisierung von Bestandsimmobilien besprochen. Zudem finde auch die Nutzerperspektive und damit die Anforderungen an neue Arbeitsplätze Berücksichtigung.

LEBENSWELTEN, MAGIE UND DAS BÜRO DER ZUKUNFT

Klaus Franken

Die erste Keynote übernahm im Anschluss Klaus Franken, CEO des in Düsseldorf ansässigen Catella Project Management. Unter dem Titel: „(Arbeits-) Lebenswelten“ stellte er heraus, dass sich die Ansprüche an die Entwicklung von Büroimmobilien verschoben haben: Es geht nicht mehr allein darum eine Arbeits-, sondern vielmehr eine ganze Lebenswelt zu realisieren. Die ideale Immobilie eines modernen Arbeitsortes erfordert, laut Franken, neben einer urbanen und zentralen Lage, genügend Freiräume sowie eine flexible Struktur. Doch die Realisierung solcher Neubauprojekte gestaltet sich aufgrund der sich verdichtenden Flächer im urbanen Raum als herausfordernd. Mit aus diesem Grund investiert Catella zunehmend in Mobilitätskonzepte. So kann sich eine Immobilie beispielsweise neben ausreichend Begegnungsräumen und umliegenden Grünflächen zur Erholung auch durch eine gute Anbindung für die Nutzer qualifizieren.    

Christoph Ranze

Den zweiten Beitrag lieferte Christoph Ranze. Als Geschäftsführer der Firma encoway GmbH bildete er die Nutzerperspektive ab. In seiner Keynote zum Thema „Digital Hub Industry. Der Zukunftsort für Co-Innovation und Co-Working“ entwickelte er Schlüsselfaktoren, die eine Immobilie zu einem zukunftsfähigen Standort für neue Arbeitsumgebungen verhelfen. Seine Erkenntnisse zog er aus den eigenen Erfahrungen bei der Planung des Bremen Digital Hub (Fertigstellung 2021).  Seiner Ansicht nach ist neben der Attraktivität des Gebäudes aufgrund der Lage und der nicht leicht umzusetzenden Flexibilität, ein inhaltlicher ValueAdd unabdingbar. Gemeint ist hier die Realisierung eines spezifisch optimierten Angebots für die jeweilige Zielgruppe, die sich in der baulich realisierten Adaption von Zielen und Wertesystemen der Nutzer abbildet. Denn erst die „erfolgreiche Zusammenarbeit von Organisationen und Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, macht die Magie“ der Immobilie aus. Nur so kann laut Ranze langfristig ein Arbeitsplatz entstehen, an dem sich neue Arbeitswelten ansiedeln können. 

Sophie Blasberg

Im Rahmen Ihres Beitrags “Von der Brachfläche zum Büro der Zukunft”, verdeutlichte Sophie Blasberg, Projektmanagerin bei der Firmengruppe Küpper in Wuppertal, die Chancen der Revitalisierung von Bestandsimmobilien. Unter dem Motto “Bewahren – Entwickeln – Erneuern” realisierte die Firmengruppe Küpper 2016 – 2018 durch eine umfassende Sanierung neue Bürokonzepte in den alten Raumstrukturen der ehemaligen ELBA-Hallen. Frau Blasberg machte deutlich, dass eine erfolgreiche Revitalisierung und Institutionalisierung neuer Arbeitsräume immer mit dem späteren Nutzer zusammen erdacht werden müssten. Dabei gelte es einerseits die Bedürfnisse des Kunden zu erkennen und diesem gleichermaßen aufzuzeigen, welches Potential die Strukturen zur Realisierung moderner Arbeitsorte innehaben. Außerdem konnte sie als Geschäftsführerin des im ELBA-Zukunftswerk ansässigen codeks Co-Working-Space aus erster Hand von den Anforderungen moderner Arbeitsorte und möglichen Realisierungsformen in der Bestandsimmobilie berichten.

ARBEITSWELTEN DER ZUKUNFT

Die abschließende Paneldiskussion stand unter dem Thema „Arbeitswelten der Zukunft“. Neben der Keynote-Speakern Sophie Blasberg, Klaus Franken und Christoph Ranze nahmen auch Dr. Klaus Meier und Andreas Heyer als Diskutanten teil. Die Moderation leitete Professor Dr. Johannes Busmann. In konkreter Bezugnahme auf Bremen und die Überseeinsel diskutierten die Teilnehmer die pointierten Impulse der Keynotes.

Abschließend lud die Wirtschaftsförderung Bremen bei lokal gebrautem Bier und reichhaltigem italienischen Buffet zum Networken ein. Die Kellogg Eventfabrik auf der Überseeinsel bot den Entscheidern der deutschen Immobilienwirtschaft dabei ein ansprechendes Ambiente, um die Themen des Abends in lockerer Atmosphäre zu diskutieren. 

POLIS KEYNOTES 2020

Schon jetzt bereitet die Wirtschaftsförderung Bremen gemeinsam mit polis die nächste polis Keynotes in Bremen vor. Das kommende Thema: Logistikimmobilien. Bundesweite und lokale Experten diskutieren gemeinsam den Status Quo des Top-Standortes der Logistikbranche und geben einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen. Wie gelingt es, angesichts allgemeiner Flächenknappheit die Logistik und ihre Zentren (digital) zu modernisieren? Schafft etwa die bauliche Erweiterung der Logistikzentren Abhilfe oder doch die Echtzeit-Analyse von Warenströmen mit dem Ziel der Flexibilisierung von Lagerkapazitäten? Wie kann eine emissionsarme oder gar -neutrale innerstädtische Distribution realisiert werden? Diesen und weiteren Fragen werden wir im 24.03.2020 auf den Grund gehen. 

Dr. Klaus Meier und Kurt Zech

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(5) Caspar Sessler / polis Keynotes

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