LONDON: MASTERPLAN FÜR FISH ISLAND VILLAGE

Neptune Wharf | © Moka Studio

Neues Quartier in Hackney Wick

Mit Fish Island Village entsteht für umgerechnet rund 148 Millionen Euro im Süden des Londoner Künstlerstadtteils Hackney Wick eine neue lebendige Nachbarschaft. Die Entwicklung wird durchgeführt von einem Joint Venture von Peabody und Hill und entsteht gegenüber des Queen Elizabeth Olympic Parks. Architekt Haworth Tompkins entwickelte den Masterplan für das 2,85 ha große Gebiet, dessen Gestaltung der städtischen Freiräume und Dächer von den Landschaftsarchitekten Farrer Huxley Associates stammt. Der Masterplan verwandelt die ehemals unzugängliche Gegend aus leer stehenden Lagerhallen in ein dynamisches Quartier am Hertford Union Canal und sieht in diesem Rahmen auch einen öffentlichen Platz für diverse Aktivitäten sowie weitere Outdoor-Flächen für Restaurants und Bars vor. Bei der Entwicklung wird die industrielle Vergangenheit Hackney Wicks aufgegriffen und mit lebendigen urbanen Räumen verbunden.

Neptune Wharf | © Moka Studio

Das Projekt ist aufgeteilt in 3 Bauphasen, von denen die zweite im Februar 2020 fertiggestellt werden soll. Der Abschluss der letzten Phase wird für 2021 erwartet. In den Bauphasen 1 und 2 entstehen vier verschiedene mixed-use Abschnitte in Zusammenarbeit von drei Architekturbüros, die jeweils von Peabody ausgewählt wurden, um eine Diversität der Gebäude zu schaffen, die dank eines übergreifenden Designkonzepts zugleich zusammengehörig erscheinen: Monier Road von Pitman Tozer Architects, Lanterna von Lyndon Goode Architects und Neptune Wharf von Haworth Tompkins. In den ersten beiden Phasen entstehen so 423 Einheiten verschiedener Wohntypen wie z. B. Sozialwohnungen, sowie Workspaces auf insgesamt 4.600 m2 von denen anschließend 4.280 m2 vom Sozialunternehmen The Trampery verwaltet und im September 2021 in den Erdgeschossen von zehn Gebäuden bezogen werden.

Das Viertel verfügt über die höchste Dichte an kreativen Köpfen ganz Europas und will diese mit den erschwinglichen Workspaces von The Trampery sowie dringend benötigtem Londoner Wohnraum, im Fish Island Village unterstützen. Mit Hinblick auf die große Zahl an Unternehmen der Modeindustrie im benachbarten Stadtteil Fish Village, wird das neue Quartier dank eines Konsortiums aus dem London College of Fashion, the British Fashion Council and the Trampery zum bedeutenden Standort der Modeindustrie.

Energetisch wird Fish Island Village mit nachhaltigen Strukturen wie Fotovoltaik, einem Fernwärmenetz sowie mechanischen Lüftungssystemen ausgestattet, um das BREEAM Rating „Very Good“ und ein „Level 4“ der Sustainable Homes zu erreichen.

 

Monier Road von Pitman Tozer Architects | © Rory Gardiner

Ehemaliger Energiestandort: Monier Road – Pitman Tozer Architects

In der Monier Road verteilen sich 71 Wohneinheiten sowie 460 m2 gewerbliche Nutzungsfläche auf drei Gebäude mit einer Bruttogrundfläche von 7.020m2. Jedes der Gebäude verfügt über ein individuelles Design und eine eigene Materialpalette. Angeordnet sind die Neubauten um einen zentralen Innenhof, der Platz für die Unterbringung von Gärten bietet. Das Ziegel-Design des Wohnblocks ist inspiriert von den charakteristischen Lagerhallen aus Londons industrieller Vergangenheit und stellt optisch gleichzeitig einen Bezug zu einem weiteren Neubau im Norden des Quartiers her, Lanterna. In Anlehnung an die lokale Industriegeschichte erhalten die drei Gebäude in der Monier Road die Namen der Gas-, Licht- und Stromkonzerne, die früher dort angesiedelt waren: Ardens, Winsor und Ignis. Realisiert wird das Design von Pitman Tozer Architects.

 

 

Lanterna von Lyndon Goode Architects | © Rory Gardiner

Neues Tor zum Quartier: Lanterna – Lyndon Goode Architects

Lanterna beherbergt zukünftig 16 Wohnungen mit 1.460 m2 sowie ein Restaurant, welches über eine fünf Meter hohe Verglasung unter einer Kolonnade verfügt. Die Bruttogrundfläche beläuft sich auf 1.770 m2. Große symmetrische Einbuchtungen in den südlichen Ecken grenzen die Eingänge zu den Wohneinheiten und kommerziellen Nutzung ab. Das gleiche architektonische Prinzip wird in den oberen Etagen für großzügige Balkone genutzt.

Das Gebäude Lanterna entsteht als markanter Einzelkomplex, der zukünftig das Tor zu Fish Island Village verkörpern wird. Peabody und Haworth Tompkins kürten das Design von Lyndon Goode Architects zum Gewinner des LLDC (London Legacy Development Corporation) Wettbewerbs. Ihr Design konzipiert eine Fassade bestehend aus dunklen und strukturierten Betonfertigteilen, die optisch zwischen dem industriellen Design vom Apartmenthaus Omega Works mit Sitz an der Kreuzung des River Lea und Hertford Union Canal, und der Ziegel- und sandgestrahlten Betonfassaden des Neptune Wharf. Die Struktur folgt einem Fischgrätenmuster, welches eine dreidimensionale Optik verspricht. Architektonisch soll Lanterna auf eine Art Podium gesetzt werden, um den Höhenunterschied zwischen einer vorgesehenen Fußgängerbrücke und dem öffentlichen Platz des Quartiers auszugleichen.

 

Sicht auf Icemaid, Halo and Whitemantle, 3 Wohngebäude von Neptune Wharf von Haworth Tompkins | © Fred Howarth

Innenhöfe und ganzjährig nutzbare Balkone: Neptune Wharf – Haworth Tompkins

Von Architekt Haworth Tompkins stammt nicht nur der Masterplan für Fish Island Village, sondern auch die 13 Neubauten des Neptune Wharf, die zwischen 2019 und 2020 entstehen und Innenhöfe als zentrales Merkmal aufweisen. Für die verschiedenen Gebäude werden vier Arten von Ziegeln in Verbindung mit drei Arten Beton verwendet, um ihnen so individuelle Charakteristika zu verleihen. Zusätzlich runden eingelassene Balkone mit der Möglichkeit zur ganzjährigen Nutzung das Wohnkonzept ab.

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