BEDBURG: STADTTEIL DER ZUKUNFT ENTSTEHT

Der Aufstellungsbeschluss für das neue hochmoderne Quartier in Bedburg wurde bereits einstimmig gefasst: Auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik soll ein Stadtteil der Zukunft entstehen, der neue Maßstäbe in Sachen Mobilität, Versorgung, Urbanität sowie eine hohe Lebensqualität etablieren will. Bald sollen dort 2500 Personen Platz zum Wohnen und vor allem Leben finden – es ist aktuell eines der größten städtebaulichen Projekte des Landes.

Die Pläne des Architekturbüros kister scheithauer gross zeigen ein vielfältiges durchmischtes Stadtviertel, das sich zusammensetzt aus einer Grundschule, Kita, Seniorenheim, Hotel und Flächen zur Büro- und Gewerbenutzung. Kern des neuen Quartiers wird ein offener zentraler Platz sein, mit einem hohen Stadthaus nebenan: Es soll den abwechslungsreichen Charakter des Viertels symbolisieren, genau wie die Wohnbebauung, die auf ganz unterschiedliche Bautypen setzt – vom preisgebundenen sozialen Wohnungsbau über Reihenhäuser bis zur Villa für gehobene Ansprüche: Hier soll jeder Suchende das finden, was seinen Wünschen entspricht.

Es soll ein Viertel sein, das in das Bedburger Stadtbild eingebunden, aber dennoch individuell und vor allem zeitgemäß gestaltet werden soll. Dabei setzt man einerseits an relevanten Stellen auf Verdichtung, um an den Flächen, wo Gewerbe und Gastronomie zu finden sind, eine gewisse Urbanität aufkommen zu lassen. Andererseits jedoch wird das Bild des Viertels vor allem durch einen hohen Anteil an Grünflächen geprägt sein. Ebenfalls durch ein umfassendes System aus Fußwegen durch das Viertel und am Kanal entlang, der die neue Entwicklung mit den schon bestehenden Teilen Bedburgs verbindet. Man will den ursprünglichen Naturraum erhalten als Teil des neuen Konzepts. Die Wasserstraßen sollen entlang des Areals den ursprünglichen Charakter des Geländes unterstützen und den Bewohnern Ruheoasen schaffen.

Bei dieser Verbindung spielt vor allem auch die Verkehrsanbindung eine wichtige Rolle. Bei den Mobilitätskonzepten wurde mit folgenden Überlegungen insbesondere auf einen weitestgehenden Verzicht auf Autoverkehr Wert gelegt: Zum einen der Einsatz autonomer Busse, die im neuen Viertel unterwegs sein sollen, die Bewohner außerdem in Bedburgs Innenstadt bringen und den Bahnhof anfahren werden. Außerdem werden Fahrradschnellwege die Erreichbarkeit des Zentrums erhöhen – insgesamt wird das Konzept einer fahrradgerechten Stadt verfolgt. Gekennzeichnet wird das Verkehrsbild durch breite Radwege neben den Hauptstraßen sowie der Idee, dass alle kleineren Straßen als Gemeinschaftsflächen für sämtliche Verkehrsteilnehmer konzipiert werden.

Die wenigen Autos, die trotz allem im Viertel unterwegs sein werden, sollen in Tiefgaragen geparkt werden, um die Straßen zusätzlich zu entlasten. Das zukunftsweisende Quartier soll auch energetisch auf dem neusten Stand sein, wozu unter anderem alternative Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten zählen: Die Müllentsorgung soll unterirdisch ablaufen – in Form eines Unterflurcontainersystems – für die Vermeidung von Lärm und einer Verschönerung des Stadtbilds.

Insgesamt soll der Fokus auf der Qualität öffentlicher Räume, dem Einbezug der Natur in urbane Gebiete, Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung sowie sozialer Vielfalt liegen.

Anfang Mai wurden schon die Entwürfe den interessierten Bürgern vorgestellt. Momentan koordiniert die Stadt öffentlichkeitswirksam einen Wettbewerb um einen einprägsamen Namen für den innovativen Stadtteil – mitmachen darf dabei jeder, der in Bedburg arbeitet oder wohnt.

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@ ksg Architekten

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