AMSTERDAM: EINE SEILBAHN MUSS HER

Die Seilbahn ist endgültig in Europa angekommen, die man lange Zeit nur aus den Verkehrskonzepten südamerikanischer Großsstädte kannte. UNStudios hat nun vervollständigte Pläne für die „IJBaan“ in Amsterdam vorgelegt: Eine 1,5 Kilometer lange Seilbahn, die zwei Wohngebiete in Amsterdam verbinden wird – West und Noord. Unweit des Hauptbahnhofs entfernt über die IJ soll die Seilbahn vor allem Amsterdam Nord besser an den Rest der Stadt anbinden.

In Auftrag gegeben wurde die Idee von der IJbaan Foundation – ein von engagierten Bürgern ins Leben gerufene Projekt. Bereits seit drei Jahren arbeiten die Mitglieder an den Plänen und konnten im Laufe der Zeit auch die Stadt davon überzeugen, mit an Bord zu kommen. Der Plan steht – zum 750. Geburtstag der Metropole im Jahr 2025 soll die Seilbahn fertig gestellt sein. Das Projekt ist gedacht als schnelle, grüne und zukunftssichere ÖPNV-Anbindung, als effizientes Verkehrsmittel, das sowohl praktisch ist, als auch Spaß bringt.

Zurzeit sehen die Pläne drei Türme und zwei Stationen vor – die NDSM Marina am Nordufer sowie Minervahafen im Süden. In weniger als fünf Minuten fährt die Bahn von einem Ende zum anderen. Die flexible Konstruktion jedoch lässt es zu, dass in Zukunft die Route nach Westen erweitert werden kann – zum Beispiel, um Sloterdijk oder Westergasfabriek zusätzlich anzubinden.
Die geplanten Türme variieren in ihrer Höhe, sodass große Schiffe entlang der IJ-Wasserstraße passieren können. Auf beiden Seiten des Wassers sind sie 46-105 Meter hoch, in der Mitte umfasst der Turm 136 Meter – ihre skulpturale Form verweist auf Amsterdams industrielle Vergangenheit von Häfen und Schiffskränen und integriert sich authentisch, zwischen Verspieltheit und Eleganz, in die Umgebung.

In den Passagierkabinen werden 32-37 Passagiere Platz finden –es gibt auch zusätzliche Fahrradkabinen mit einer Kapazität von bis zu sechs Rädern, die in Amsterdam natürlich nicht fehlen dürfen.

Bei den Seilbahnstationen hat man sich besondere Gedanken gemacht: Sie sollen keine bloßen Verkehrsknotenpunkte sein, sondern außerdem zentrale Treffpunkte mit Gastronomie und Aussichtspunkten darstellen, die die Umgebung beleben.

Besonders wichtig an der ganzen Idee ist den Planern ein optimales Zusammenspiel mit anderen Verkehrsmitteln, damit sich die Seilbahn wahrhaftig in den Alltag der Bewohner integrieren lässt und als nachhaltiger Verkehrsträger auch in anderen Städten etabliert werden kann – so wie vor kurzem auch in Göteborg.

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Fotos © Plompmozer

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