FORD: NEUES FORSCHUNGSZENTRUM IN DETROIT

Das Architekturbüro Snøhetta will die Michigan Central Station in Detroit in ein Forschungszentrum für den Autohersteller Ford umbauen. Es sollen dort mithilfe eines „kollaborativen Ökosystems“ aus Unternehmen, Pädagogen und Innovatoren autonome Fahrzeuge entwickelt werden.

Das sogenannte „Corktown Campus-Projekt“ umfasst die Renovierung des historischen Gebäudes sowie nahe gelegenener Einrichtungen, um eine gemischt genutzte Anlage in der Nähe von Detroits Zentrum zu bauen. Ford plant, seine erste City of Tomorrow-Studie in Corktown zu implementieren. Die Forschung konzentriert sich dabei auf städtische Lösungen, Infrastruktur, öffentliche Verkehrsmittel und intelligente Fahrzeuge.

Der Erhalt des 18-stöckigen Beaux-Arts-Bahnhofsgebäudes wird das Herzstück des Campus sein, das im amerikanischen Register für historische Bauten aufgeführt ist. Das 1913 fertiggestellte Gebäude wurde von Warren & Wetmore und Reed & Stem gebaut, die beide das Grand Central Terminal in New York City entworfen haben. Zur gleichen Zeit wurde die Detroit-Station entworfen, weshalb die ähnlichen Eigenschaften nicht verwunderlich sind, einschließlich seiner Form und Details wie die Außensäulen sowie gewölbte Türen.
Im Inneren gibt es Marmorwände und gewölbte Decken zu bestaunen, die an ein römisches Badehaus erinnern. In einer großen Halle befanden sich ursprünglich ein Fahrkartenschalter und Geschäfte, während in der zentralen Bahnhofshalle Ziegelwände und ein großes Oberlicht aus Kupfer untergebracht waren.

Die renovierte Michigan Central Station wird 46.000 m2 umfassen und Büros für Ford und seine Partnerunternehmen sowie öffentliche Bereiche beherbergen. Geplant sind auch Restaurant- und Einzelhandelsflächen im Erdgeschoss sowie Wohnungen in den oberen Etagen. Der gesamte Corktown-Campus wird auf etwa 111.500 m2 geschätzt. Snøhetta wird als Teil von Fords Projekt zur Verbesserung des Geländes eine Vorreiterrolle einnehmen.

Das Corktown-Projekt wird der Dreh- und Angelpunkt für Fords elektrisches und autonomes Fahrzeuggeschäft sein. Hier will das Unternehmen eine offene Plattform schaffen, die den Informationsfluss und die Transaktionen zwischen verschiedenen Teilnehmern verwaltet.

Detroit war einst der Mittelpunkt der Automobilindustrie in Amerika. Der Großunternehmer Henry Ford setzte sich mit der Fließbandfertigung für die Massenproduktion ein. Aber mit dem Verlust von Arbeitsplätzen durch die Umstrukturierung der Industrie in den 1970er Jahren litt die Region unter einem starken Rückgang von Wirtschaft und Bevölkerung, so dass ein Großteil ihrer Architektur und Infrastruktur aufgegeben wurde. Ein Versuch, die Stadt in den letzten Jahren zu regenerieren, scheint für einen echten Wandel zu sorgen.
Bis 2022 soll das Corkwork-Campus-Projekt abgeschlossen sein – man erhofft sich dadurch einen erneuten Aufschwung der Region.

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Fotos © Ford

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