DETROIT: KÜNSTLERISCHE TRANSFORMATION

Wie eine leerstehende Bäckerei und ein ungenutztes Lagerhaus im East Village, Detroit, in einen vielfältigen Kunst- und Bildungsort verwandelt werden kann, zeigen OMA und das Library Street Collective. Mit ihrem Projekt LANTERN schaffen sie ein Kunst- und Gemeinschaftsprojekt mit Mischnutzung auf über 2000 m² . Ins Leben gerufen wurde das Projekt von den Co-Foundern des  Library Street Collective Anthony und JJ Curis. Zwei Kunstvereine beziehen dort ihren neuen Hauptsitz, darüber hinaus wird das Gebäude durch eine lebendige Mischung aus Künstlerateliers, Galerien, Versammlungsräumen und kreativem Einzelhandel ergänzt.

„PASC und Signal-Return sind beides außergewöhnliche Organisationen mit einem vielschichtigen Ansatz zur Gemeinschaftsbildung durch die Kunst. Um ihre Ambitionen zu unterstützen und zu fördern, drehen wir das Gebäude in sich selbst und in Richtung der Nachbarschaft, um eine neue Dichte an Aktivitäten und kreativem Leben in East Village zu schaffen.“

– Jason Long, OMA-Partner.

Organisationen mit besonderem Vorhaben

Eine der beiden Organisationen ist Signal-Return. Sie setzt sich für den Erhalt und die Vermittlung des traditionellen Buchdrucks ein. An dem neuen Standort im East Village können sie ihr Programm weiter ausbauen: In Workshops können sie ihr Wissen vermitteln, in Ausstellungsräumen ihre Werke präsentieren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich weiter mit den Menschen vor Ort sowie lokalen Künstlerinnen und Künstlern vernetzen, um neue Bildungspartnerschaften zu gründen. Ebenso bekommen sie dort die Chance, ihre Exponate sowie Geschenkartikel zum Verkauf anzubieten.

Das Progressive Arts Studio Collective (PASC) ist das erste Kunstatelier in Detroit, das sich spezifisch der Unterstützung von Erwachsenen mit Entwicklungsstörungen und psychischen Problemen widmet. Es hat schon über 130 Künstlerinnen und Künstler betreut und kann dieser Arbeit in LANTERN noch besser nachgehen. Ihnen stehen hier eine Galerie, Atelier- sowie Workshopräume zur Verfügung.

PASC ist seit seiner Gründung im Jahr 2021 schnell gewachsen, und wir waren auf der Suche nach einem dauerhaften Atelier- und Galerieraum. Wir sind dankbar, dass wir in den Curises Partner gefunden haben, die unsere Vision der Förderung einer inklusiven und vielfältigen Kunstgemeinschaft in Detroit teilen. Wir können uns keinen besseren Ort vorstellen, der diesen Zugang zu einer wachsenden und lebendigen Kunstgemeinschaft in der Stadt bietet“, sagte Anthony Marcellini, PASC Projektmanager.

Fokus: Bauen im Bestand

Die Räumlichkeiten der beiden Organisationen befinden sich in den alten bestehenden Strukturen und darüber hinweg. OMA gehen bei der Umwandlung sogar soweit, dass sie Teilen des derzeitigen Verfalls des Gebäudes neues Leben einhauchen. Einen Bereich, dem Dach und Stirnwand fehlen, verwandeln sie in einen lebendigen Innenhof, der das Herz des Transformationsprojekts darstellt.

Auch an anderen Stellen nutzt das Architekturbüro die Spuren des Verfalls, statt sie zu verwischen. Bestehende Öffnungen, teilweise mit Brettern vernagelt, werden strategisch wieder freigelegt. Sie bieten unterschiedliche Möglichkeiten: Beispielsweise Fenster für die Galerien. Größere Öffnungen schaffen zudem Innen- und Außenpotentiale für Produktionsräume.

© OMA

Auch beim südlichen Gebäude, das aus einem massiven Betonmauerwerk besteht, steht der Aspekt Offenheit und Bauen im Bestand im Fokus. Statt hier neue Fensterkomponenten einzuschieben, werden 1500 Löcher gebohrt und mit zylindrischen Glassteinen gefüllt. Dieses monolithische Feld von Öffnungen ermöglicht auf subtile Weise Einblicke in die Aktivitäten, die im Inneren stattfinden. Nachts wird das Gebäude darüber hinaus zur strahlenden Laterne für das gesamte East Village.

© OMA and Luxigon

Fließende Übergänge zur Umgebung

Neben den Räumlichkeiten der beiden Organisationen bietet LANTERN auch Platz für etwa 500 m² erschwinglicher Künstlerateliers, eine große Galerie und etwa 400 m² Einzelhandelsflächen. Angeordnet sind diese um den großen Innenhof im Freien. Der Innenhof stellt darüber hinaus den Haupteingang für alle Nutzungen dar – er ist sowohl das öffentlich zugängliche Tor des Gebäudes als auch das Aktivitätenzentrum der Entwicklung. Insgesamt ist es das Ziel, einen fließenden Übergang zwischen Straße und Umgebung sowie dem Gebäude zu schaffen. Dies soll die Zugangsmöglichkeiten und das Potential für Schnittstellen zur Gemeinschaft maximieren.

Auch die Produktionsbereiche und Künstlerateliers sorgen für eine einladende Atmosphäre zur Straße hin. Die Galerien säumen den Innenhof, um das öffentliche Herz des Gebäudes zu stärken. Dem Innenhof gegenüber sind die Funktionen für die Nachbarschaft angesiedelt – hier bündeln sich öffentliche Einrichtungen entlang der Kercheval Avenue.

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Visualisierungen im Slider: © OMA and Luxigon

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