IDEE DER WOCHE: SIND DIE FARM, DAS CAFÉ UND DAS HOTEL AUF RÄDERN DIE ZUKUNFT?

Autonome und elektrische Fahrzeuge werden die Zukunft der Straßen sein. Das IKEA-Innovationslabor Space10 untersucht derzeit das Potential solcher Fahrzeuge, das allerdings über einen reinen Transport der Personen hinausgeht. Laut Space10 könnten Cafés, Farmen, Hotels, Kliniken, Shops oder das Büro auf Rädern irgendwann alltäglich sein. Die Idee: Ihre Nutzer bei der Erledigung alltäglicher Aufgaben wie der Arbeit oder Arztbesuchen zu unterstützen, während die Fahrzeuge sie aber immer noch von A nach B bringen.

Space10 hat gemeinsam mit dem Foam Studio sieben Konzepte ausgearbeitet, die sich alle darum drehen, wie selbstfahrende Fahrzeuge den Alltag beeinflussen oder verändern können wie Nutzern ihren Weg zur Arbeit zu versüßen oder auch Dinge wie das Einkaufen zu erleichtern.

Mit einem Café auf Rädern, das die Möglichkeit bietet, statt unterwegs nur telefonisch mit den Freunden verbunden zu sein, sich auf eine Unterhaltung zu treffen, während man sich eigentlich gerade auf dem Weg zur Arbeit befindet. Mit dem Büro auf Rädern, um ein Meeting einzuschieben, wenn sich das Team gerade gemeinsam auf dem Weg zu einer anderen Firma macht. Oder die mobile Farm, die es nicht nur den Nutzern ermöglicht, schnell regionale und frische Lebensmittel zu kaufen, sondern auch den Landwirten die Chance gibt, ihr Geschäft auszubauen.

Die multifunktionalen Fahrzeuge sollen per App bestellt und vorher per Virtual Reality mit dem Handy ausgekundschaftet werden können, um eine besonders flexible Nutzung zu ermöglichen.

Ein anderes Konzept ist Play on Wheels, das Augmented-Reality-Fenster verwendet, um es Menschen zu ermöglichen, Videospiele auf Reisen zu spielen oder auf Bildungsinhalte zuzugreifen, die auf ihre Umgebung reagieren und sie reflektieren. Der Shop on Wheels soll ohne lästige Anfahrten von Einzelhandelsgeschäften oder Bestellungen online einkaufen und die Ware schnell vor der Haustür oder auf dem Weg abholen kann.

Space 10 betont, es wolle keine Autos entwerfen. Man könnte aber in Zukunft die Fahrzeuge so gestalten, dass daraus kleine, belebbare Räume werden, die weitere Funktionen als den bloßen Transport umfassen. Die Räume sollen gemütlich, menschlich und einladend gestaltet werden, sodass man sich selbst unterwegs ein bisschen zuhause fühlen kann. Es erhebt keinen Anspruch darauf, dass die beschriebenen Pläne schon fertig ausgefeilt oder startklar zum Umsetzen wären, sondern unterstreicht, dass man sich Dialog mit den Stadtbewohnern erhoffe, wie diese künftig ihre urbane Umgebung aussehen lassen wollen.

Es stellt sich nämlich auch die Frage, ob alle Bewohner es befürworten würden, in Zukunft ihr Leben noch ein wenig schnelllebiger gestalten zu wollen und jeden noch so kleinsten Moment effizient nutzen zu müssen. Zwar stellt das Innovationslabor heraus, dass durchschnittlich 75 Minuten am Tag durch Pendeln und davon 30 Minuten durch Staus „verloren“ gehen – was bei einer 32-jährigen Person bedeuten würde, dass sie zwei Jahre ihres Lebens im Stau vergeudet hat. Eine erschreckende Zahl, dennoch können Wege zur Arbeit auch eine angenehme Routine für Menschen sein, die beispielsweise nur in der Bahn dazu kommen, in Ruhe ein Buch zu lesen können, was ihr sonst gefüllter Alltag kaum zulässt. Oder auch der mobile Arztbesuch ist in Sachen Gründlichkeit gegebenenfalls anzuzweifeln. Der gewünschte Dialog ist bei dieser Innovation unumgänglich, um sich den Bedürfnissen der Bewohner bestmöglich anzupassen.

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Renderings © Space10

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