IDEE DER WOCHE: BÜROKOLLEKTION FÜR BETTLIEBHABER

Geoffrey Pascal hat etwas entworfen, womit er wahrscheinlich viele Herzen von Bürogängern höher schlagen lassen wird: Seine Grafeoiphobia-Möbelkollektion fühlt sich fast an, als würde man seine Arbeitszeit im heimischen Bett verbringen. Grafeiophobia: Das bedeutet „Schreibtischangst“. Er hat das Bedürfnis vieler Menschen aufgenommen, die Arbeit vom Bett aus zu erledigen, dem Bedürfnis aber häufig wegen gezwungener Präsenz im Büro nicht nachgeben können.

Die Basis der drei entworfenen Möbelstücke sind die Rahmen eines einfachen Holzbettes mit Lattenrost. Durch verschiedene Anpassungen und Schaumstoffbezüge wird es den Benutzern ermöglicht, in Positionen zu arbeiten, die sich fast wie das Sitzen im eigenen Bett anfühlen und außerdem eine angenehme sowie gesunde „neutrale Körperhaltung der NASA“ fördern. Letzteres Konzept wurde von der NASA entwickelt, um die körperliche Gesundheit von Astronauten in der Schwerelosigkeit zu fördern – es steht im Gegensatz zu der typischen Schreibtischhaltung, bei der die Kraft nach unten auf den unteren Rücken gedrückt wird.

Pascal hat schon während des Studiums begonnen, an der Idee zu Arbeiten, nachdem er seine eigenen Probleme am Schreibtisch analysiert und von immer mehr Leuten gehört hatte, dass sie zuhause in ihren Betten arbeiten. Er begann dann selbst, vom Bett aus zu arbeiten und spürte, dass sich seine Haltung der Arbeit selbst gegenüber veränderte: Er wurde gelassener und mit dem gesteigerten Komfort wuchs auch seine Produktivität. Auch der Zeitaspekt änderte sich – Pascal fühlte sich viel weniger gestresst und fokussierter. Er widmete sich allerdings auch den negativen Aspekten, die mit der Arbeit aus dem Bett heraus verbunden sind: Man sollte eigentlich nicht die Schlaf- und Arbeitsumgebung vermischen, auch was den Punkt Hygiene angeht. Er entschied sich also, nur die positiven Aspekte des Konzepts in die Hand zu nehmen und an anderer Stelle neu zu implementieren. So entwarf er eine Kollektion, die sowohl für Freelancer, die von zuhause aus arbeiten als auch für Personen, die den Tag im Büro verbringen, gut verwendet werden kann. Der „Basic Besk“ zum Beispiel ist eine Art tief gelegter Sessel, der durch das Sitzen im Bett mit einem Laptop auf dem Schoß inspiriert wurde. er besteht aus drei Modulen: einer dreiteiligen Rückenlehne, einem Sitz und sogar einer Fußstütze, die auch als Aufbewahrungsbox dient. Mit verschiedenen Kissen wird das Rückenteil zusätzlich unterstützt. Die separaten Teile können für Personen je nach Größe und persönlicher Vorliebe angepasst werden. Der Designer empfiehlt den Basic Besk für lange Arbeiten von bis zu drei Stunden.

Der „Triclinium Gum“ unterstützt eine seitlich-liegende Arbeitsposition für kürzere Aufgaben bis zu 30 Minuten, bei „The Flying Man“ hingegen liegt man auf dem Bauch – diese Konstruktion besteht aus drei Teilen – eins für die Unterschenkel, ein weiteres für den Torso und ein drittes dient als Laptop-Ablage mit umkehrbaren Verdeck, sodass es auch als gepolsterter Hocker verwendet werden kann. Dieses Möbelstück ist für Arbeiten bis zu einer Stunde und vor allem für das Ende eines Arbeitstages gedacht, wenn sich die Arbeitenden schon etwas müder fühlen. Pascal hat also offensichtlich alles berechnet und genau analysiert, um die Möbelstücke genau an das Wohlbefinden und Verhalten der Nutzer anzupassen. Das Ziel: Bewegung und Entlastung in den Arbeitsalltag zu bringen, sodass Arbeitende in Büros nicht so schnell müde und versteift sind.

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Fotos © Geoffrey Pascal

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