AUS EXZELLENTEN TEILEN, EIN EXZELLENTES GANZES

Mit der polis Convention wird Düsseldorf am 15. und 16. Mai zum bundesweiten Treffpunkt für Stadt- und Projektentwicklung – als Digitalisierer von Gebäuden ist die noventic group dieses Jahr in der PropTech Lounge vertreten. Mit ihren Lösungen schafft sie unmittelbare Transparenz über Energieverbräuche von Immobilien und schafft damit die Voraussetzung für optimale Energieeffizienz und die klimaintelligente Steuerung von Gebäuden.

Wie die Digitalisierung Industrien verändert und wie Immobilienunternehmen ihren Nutzen daraus ziehen können: Am 15. Mai um 13:15 spricht Thomas Landgraf in der Planer Lounge der polis Convention zu diesem Thema. Hier im Interview gewährt er vorab einige Einblicke: Welche Hebel bietet die Plattformökonomie Bestandshaltern im Hinblick auf die Klimaziele für den Gebäudesektor?

Auch in der Immobilienwirtschaft ist Nachhaltigkeit ein großes Thema. Der Bereich der Property Technology, kurz PropTech, bietet durch digitale Lösungen spannende Möglichkeiten der Effizienzsteigerung. Welche Bedeutung hat die Digitalisierung im Hinblick auf das Erreichen der Klimaschutzziele im Immobiliensektor?

Wir glauben, dass nur mit den Werkzeugen der Digitalisierung Klimaschutz erfolgreich – weil wirtschaftlich – vorangebracht werden kann. So erzielen wir einen maximalen CO2 Einsparungseffekt pro investiertem Euro. Digitale Lösungen, bewirken am Ende neben Machine-to-Machine-basierter Effizienzsteigerung mehr Transparenz und Komfort für den Menschen: Beispielsweise eine App, die prompt die aktuellen Energieverbräuche anzeigt, ermöglicht den Bewohnern bei Bedarf das eigene Verbrauchsverhalten anzupassen und damit, sich an den großen Fragen zum Thema Klimaschutz aktiv zu beteiligen.

Die Unternehmen der noventic group entwickeln individuell auf ihre Kunden zugeschnittene digitale Lösungen mit dem Ziel, zugleich wirtschaftlich und klimaintelligent zu sein. Einen Hebel stellen auch sogenannte Plattformlösungen zur Effizienzsteigerung dar. Welches sind die nächsten konkreten Schritte, die Sie auf dem Weg zu einer noventic-Plattformlösung gehen?

Zuerst befähigen wir alle heute bekannten Geschäftsmodelle wohnungswirtschaftlicher Bestandshalter in den Bereichen Verbrauchsdatenerfassung und Betriebskostenabrechnung. Im nächsten Schritt werden wir unsere neue Plattform mit den Daten anderer Plattformen verknüpfen – das passiert schon sehr bald. Ein gutes Beispiel können hier Wetterdaten, Building Information Modeling (BIM) oder Geo-Informationssysteme (GIS) sein. Mit den Verbrauchsdaten unserer Kunden und externen Quellen wie Wetterdateien schaffen wir aus den bisher nur jährlich generierten Verbrauchsdaten eine neue, hochwertige Datenbasis. Sie ist die Grundlage für eine klimaintelligente Steuerung von Wohngebäuden.

Die Berücksichtigung vielfältiger Informationen ermöglicht eine umfangreichere und aussagekräftigere Datenbasis. Was können sich Nutzer von der Sammlung und Zusammenführung von Gebäudedaten auf einer zentralen Plattform versprechen?

Mit der Verknüpfung von Daten schaffen wir einen echten Mehrwert – beispielsweise in der Vermeidung von Ressourcenverschwendung. Aber nicht durch neue, hochinvestive Klimaschutzmaßnahmen, sondern durch die Vernetzung von bereits Bestehendem. Wenn also die ab 2020 vorgeschriebene unterjährige Verbrauchsinformation den Nutzer in die Lage versetzt, das eigene Verbrauchsverhalten zu hinterfragen und im Zweifelsfall sogar der eigenen, individuellen Präferenz anzupassen, dann können wir helfen: Indem wir mit den Daten in einer anonymen Form der lokalen Machine-to-Machine-Kommunikation die unmittelbare Bereitstellung von Energie im Gebäude optimieren. Das könnte dann etwa so aussehen, dass Wetterprognosen und individuelle Energieabfragen in die Betriebsführung von dezentralen Energiebereitstellungsanlagen mit einbezogen werden.

Die Vernetzung bereits existierender Daten erlaubt es, Effizienzen zu steigern Welche Vorteile bietet die neue Plattformökonomie noch?

Die noventic-Plattform genügt allen Merkmalen einer modernen Plattform. So können Anwendungen ohne viel Aufwand geschaffen werden. Zusammen mit anderen Plattformen kann ein erheblicher Nutzen für die Kunden erzielt werden. So könnte beispielsweise eine Quartiers-App entstehen, die neben Daten des örtlichen Verkehrsverbundes auch das Konto der Bücherhalle und eben die aktuelle Temperatur beziehungsweise den Energieverbrauch in den eigenen vier Wänden anzeigt.

Die Digitalisierung von Gebäudeinfrastrukturen ermöglicht die Anbindung smarter Anwendungen und schafft Mehrwerte für die Bewohner. Wo gibt es das bereits in der Praxis?

Beispielsweise ist in Rüsselsheim in Kooperation mit unserem Kunden, dem Immobilienentwickler DIWO Living, aus einem alten Bürogebäude ein attraktives, voll digitalisiertes Wohngebäude entstanden. Die Digitalisierung bringt dabei sowohl den Mietern als auch dem Bestandshalter verschiedene Vorteile. Die Mieter können über eine App ihr Verbrauchsverhalten – die Nutzung von Heizung, Warmwasser und Strom – prompt ablesen. Auch für Vermieter ist das ein Vorteil: Abrechnungsprozesse werden schneller und einfacher möglich – vor allem beim Mieterwechsel. Zudem eröffnet die App einen direkten Kommunikationskanal zwischen Vermieter und Mieter. Letztlich erfüllt die in Rüsselsheim verbaute Infrastruktur alle Voraussetzungen, sodass der Bestandshalter schon jetzt der ab 2020 gesetzlich geforderten, unterjährigen Informationspflicht zum Verbrauch nachkommen kann. Auf Basis der in Rüsselsheim verbauten Infrastruktur können künftig noch weitere Anwendungen im Bereich Smart Building angebunden werden: Für die Gebäudeverwaltung ergibt sich beispielsweise die Möglichkeit, über Algorithmen ein Leckage-Frühwarnsystem zu etablieren und so die Bausubstanz zu schützen.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch.

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