KLIMAWANDEL: PLÄNE ZUR VERLÄNGERUNG DER KÜSTE MANHATTANS

Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hat kürzlich Pläne enthüllt, die eine Verlängerung der Küste Manhattans als Reaktion auf den Klimawandel zeigen. Dadurch soll die Küste widerstandsfähiger gegen den durch den Klimawandel verursachten Anstieg des Meeresspiegels werden.

Vor allem die Lage an drei verschiedenen Wasserstraßen – East River, Hudson River und New York Bay – macht das Gebiet besonders anfällig. Der New York Bay ist außerdem eine Erweiterung des Atlantiks. In den nächsten 30 Jahren ist Lower Manhattan deshalb einem hohen Überschwemmungsrisiko ausgesetzt – genauer gesagt werden bis 2050 37% dieses Gebiets durch Sturmfluten gefährdet sein; auch zahlreiche Gebäude befinden sich in dem Risikogebiet.

Als Reaktion darauf schlägt der Masterplan vor, die Flächen um 152 Meter zu erweitern – das entspricht zwei Stadtblöcken. Diese werden entweder auf oder über dem Meeresspiegel liegen. Andere Pläne sehen grasbewachsene Berme vor sowie mobile Barrieren, die bei drohenden Stürmen verankert werden können. Außerhalb dieser Sturm-Phasen sollen die Erweiterungen als öffentlicher Raum gestaltet und genutzt werden.

Die „Lower Manhattan Climate Resilience“ (LMCR), die von der New York City Economy Development Corporation ins Leben gerufen wurde, beschreibt eine Reihe von lang- und kurzfristigen Maßnahmen zur Stärkung des urbanen Küstenbereichs. Insgesamt sehen die vorgelegten, milliardenschweren Pläne eine Verlängerung der Küstenlinie von Lower Manhattan bis in den East River als Hochwasserbarriere vor. Die neue Uferlinie würde bei Stürmen als Hochwasserschutzwall dienen und die Nachbarschaft vor einem prognostizierten Anstieg des Meeresspiegels schützen können. De Blasio sieht diesen Plan als den einzig möglichen Weg an, um diese gefährdeten Teile der Stadt zu schützen.

Der Masterplan ist Teil eines umfassenderen Plans zur Anpassung von Lower Manhattan, zu der auch die Erneuerung der Autobahn gehört. Man will die Lücke schließen und dem Bereich einen höheren Schutz bieten. Der Plan für den Finanzdistrikt wird in den nächsten zwei Jahren fertiggestellt werden – anschließend wird ein umfassendes Design für eine Küstenerweiterung in diesem Bereich entwickelt. Dazu wird auch eine gemeinnützige Gesellschaft gegründet, um das Projekt zu finanzieren, zu bauen und zu verwalten.

Die Pläne erscheinen dem einen oder anderen vielleicht als sehr drastisch – die Stadt sieht sich aber in Anbetracht der kritischen Lage zu solchen Überlegungen getrieben. Durch den steigenden Meeresspiegel werden auch grundwasserbedingte Probleme in der Metropole entstehen – der Grundwasserspiegel könnte steigen und ein beachtlicher Teil der Gebäude von Destabilisierung bedroht werden.

Der Plan der LMCR prgonostiziert, durch die unterschiedlichen genannten Maßnahmen bis zu 70% des Gebiets schützen zu können – 500 Millionen Dollar soll das Projekt insgesamt kosten. Bislang sind vier private Projekte geplant oder bereits im Gange. Die Stadt wird dazu Mittel zur Finanzierung bereitstellen. Baubeginn der ersten Projekte, die Schutzwälle und Brücken beinhalten, ist für 2021 geplant, nachdem der Masterplan abgeschlossen sein wird.

Finanziert wird der LMCR-Bericht von der Stadt sowie auch vom Staat durch Mittel für Katastrophen nach dem Hurricane Sandy im Jahr 2012. Damals wurden 17% der Stadt überschwemmt, der Sturm forderte zahlreiche Menschenleben und richtete in großen Teilen der Stadt erhebliche Schäden an.

New York ist nicht die einzige Stadt, die Maßnahmen in diesem Bereich einleitet – als eine Antwort auf die vielen drastischen Unwetter der letzten Jahre suchen viele Städte nach präventiven Lösungsansätzen, unter anderem San Francisco und Boston.

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© NYCEDC

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