PARIS: GRÜNE OASE UM EIFFELTURM ENTSTEHT

2024 stehen die Olympischen Sommerspiele seit 100 Jahren erstmals wieder in Paris an. Bis dahin gilt es noch, an vielen Stellen der Stadt zu sanieren, umzubauen, neuzugestalten. Eine große Neuerung ist auch am berühmtesten Wahrzeichen der französischen Hauptstadt geplant: Um den Eiffelturm herum soll die schon bestehende Grünfläche um eine riesige, teilweise autofreie Parklandschaft, eine sogenannte „grüne Achse“ erweitert werden.

Dazu hatte die Stadt 2018 einen Wettbewerb ausgerufen – die Rahmenbedingungen waren, dass der Plan die Sicherheit erhöhen, Wartezeiten zum Erreichen des Turms verkürzen sowie eine atmosphärischere Umgebung um den Turm herum gestaltet sollte. Vor allem auch die Verbesserung der Organisation des Fußgängerstroms war dabei ein besonderes Anliegen. 30 Millionen Besucher strömen jährlich zum Eiffelturm – der Standort leider stark unter seiner Popularität: Überfüllung, eingeschränkte Erreichbarkeit, fehlende Dienstleistungen und eine Überbevölkerung der Gärten beeinflussen den Besuch des Wahrzeichens auf negative Weise.

Der Wettbewerb wurde ausgerufen, um Lösungen für diese Themen zu finden. Nun hat das Londoner Landschaftsarchitekturbüro Gustafson Porter + Bowman den Zuschlag für die Gestaltung bekommen. Gemeinsam mit dem Atelier Mochecourt & Co. sowie der französischen Agentur für Urban Design Sathy wird sich das Büro in den kommenden vier Jahren ans Werk machen.

Auf insgesamt 54 Hektar soll bis 2023, rechtzeitig zu den Sommerspielen, eine große Fußgängerzone entstehen, die den Namen „One Line“ trägt. Sie wird von Westen nach Osten als grüner Korridor unter dem Turm verlaufen und den Place du Trocadéro, Palais de Chaillot, Pont d’Iéna, Champ de Mars und Ecole Militaire miteinander verbinden.

Mit komplett neuen Parkflächen, weiteren Dienstleistungen sowie einem Amphitheater sollen neue Erlebnisse rund um den Eiffelturm geschaffen werden.

Dazu gehört auch eine Brücke über der Seine: Es ist eine Umwandlung der bestehenden Brücke Pont d’Iéna in einen grünen Weg und die Wiederherstellung der Promenaden auf beiden Seiten geplant. Dieser Weg soll autofreie Zone werden. Die stark befahrene Uferstraße soll zudem von vier auf zwei Spuren reduziert werden, auf denen das Tempolimit 20 gilt.

Der Entwurf vereint zwei historische Landschaftstypologien: klassische französische Gärten, die durch stattliche Hauptachsen gekennzeichnet sind sowie malerische Gärten, Orte künstlerischer Experimente. In der gesamten Landschaft führen grüne Wege und Gärten die Biodiversität ein und dienen gleichzeitig als Schauplatz für temporäre Veranstaltungen und kreative Aktivitäten wie Konzerte oder öffentliche Kunstausstellungen. Die Flächen sollen zum Schlendern und Durchatmen einladen.

Der 39-Millionen-Dollar-Masterplan wird in Phasen umgesetzt, wobei der erste bis 2023 und der zweite, anspruchsvollere Abschnitt bis 2030 fertiggestellt sein soll. Es soll nach Abschluss der größte Park von Paris werden.

Paris will die Klimakrise in Angriff nehmen und hat sich auf die Fahne geschrieben, die bislang nachhaltigsten olympischen Spiele zu veranstalten – das „One Line“-Projekt ist eine dieser Bestrebungen. Auch viele andere Projekte laufen bereits: In der Innenstadt sind viele Seine-Uferstraßen für den Verkehr gesperrt, in anderen Bereichen werden momentan Straßen zu Radwegen umgebaut.

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Renderings © MIR

 

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