STÄDTE UND GEMEINDEN KAUFEN WIEDER DEUTLICH MEHR WOHNUNGEN

Deutsche Städte und Gemeinden treten auf dem bundesweiten Wohnungsmarkt wieder stärker als Käufer auf. Wie die „Welt am Sonntag“ vorab unter Berufung auf eine Marktuntersuchung des Beratungsunternehmens NAI Apollo berichtet, kaufte die öffentliche Hand im ersten Quartal 2019 Wohnungen für rund 890 Millionen Euro. Zur Einordnung: Im Vorjahresquartal waren es noch 207 Millionen Euro. Der Marktanteil der öffentlichen Hand stieg in diesem Zuge von 6,4 Prozent auf 23 Prozent.

Nur teilweise ist der sprunghafte durch zwei seltene und überdurchschnittlich große Übernahmen zu erklären: Die Stadt Bremen kaufte der lokalen Sparkasse Anteile an der Wohnungsgesellschaft Brebau für 235 Millionen Euro ab und in der Bundeshauptstadt übernahm die öffentliche Wohnungsbaugesellschaft Hellersdorf 1800 Wohnungen, die ursprünglich privatisiert worden. „Der Trend erhöhter kommunaler Aktivitäten weist eindeutig nach oben“, sagt NAI-Chefanalyst Konrad Kanzler.

In der Politik drängt sich viel mehr spürbar ein Paradigmenwechsel auf. Nachdem man in den 90er Jahren von einer schrumpfenden Bevölkerungsentwicklung ausgegangen ist, haben viele Städte und Gemeinden ihre Portfolios verkauft und sehen sich in der aktuellen Debatte um steigende Mieten und dem insgesamt angespannten Wohnungsmarkt häufig mit wenig Handlungsmöglichkeiten konfrontiert. Der öffentliche und soziale Wohnungsbau kann den steigenden Bedarf an bezahlbarem Wohnraum bekanntermaßen bisher nicht kompensieren. Darum sollen auch in den nächsten Jahren wieder mehr Wohnungen in die öffentliche Hand überführt werden.

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