BERGEN: ÖKODORF SOLL ZENTRUM DER STADT WIEDERBELEBEN

Trenezia ist der Name des neuen Dorfs, das mit über 1000 Häusern auf dem See Store Lungegårdsvann im norwegischen Bergen entstehen soll. Geplant ist es als nachhaltiges Öko-Dorf, um ein klimaneutrales Wohn- und Kulturzentrum für die Stadt zu schaffen, um die Bewohner im Zentrum zu halten. Der Masterplan von Waugh Thistleton Architects sieht insgesamt 1500 Wohnungen am See vor, die auf einer Reihe von künstlichen Inseln gebaut werden sollen, die durch eine breite, öffentlich zugängliche Promenade mit dem Ufer verbunden sind.

Die den See überspannende Uferpromenade soll dann die „zentrale Ader“ von Trenezia werden. Entlang der Promenade werden schwimmende Attraktionen zu finden sein: Ein Veranstaltungsraum und zahlreiche Liegeplätze, ein Schwimmbad, um den Austausch der Gemeinschaft zu fördern und ihr verschiedene Aktivitäten zu bieten. Eine weitere Besonderheit: Das neue Dorf wird direkt mit Bergens Altstadt verbunden werden sowie mit dem Kunstzentrum im Osten der Stadt. Dieses wird außerdem durch einen neuen Strand erweitert.

Fokus bei dem Projekt ist die Nachhaltigkeit des Dorfes. Es ist ein Mikrokosmos, der zeigt, wie ökologisches und soziales Bauen möglich ist.

Die Architekten haben besonderen Wert auf die Umweltfreundlichkeit der Strukturen gelegt, auf einen geringen Energie- und Wasserverbrauch sowie die Reduktion der Abfallproduktion auf ein Minimum. Dies wird durch hocheffiziente Fassaden der Gebäude sowie Wasser- und Energiespartechnologien realisiert. Es ist außerdem geplant, dass das System des Dorfs Energie aus erneuerbaren Quellen vor Ort bezieht und mehr Energie exportiert wird, als das Dorf selbst benötigt – dadurch werden die Kohlenstoffemissionen der Gemeinde ausgeglichen.

Die Häuser des neuen Dorfs werden alle aus Holz gebaut, die Fundamente wiederum bestehen aus Materialien aus lokalen Quellen, mit denen aktuelle Infrastrukturprojekte im Moment arbeiten.

In Norwegen ist das Tageslicht im Winter ein knappes Gut. Aus diesem Grund wird jeder Wohnblock in Trenezia durch einen sogenannten „Solarkorridor“ getrennt, um das natürliche Licht in den Häusern zu maximieren. Auch die Größen der Häuser werden dazu beitragen – sie sollen von Süden nach Norden vergrößert werden, um die Schattenbildung zu verringern.

In den Häusern sollen alle möglichen Wohngemeinschaften möglich sein – Familien, Paare, Singles, Studenten, alle sollen einen Platz finden. Die Designs der Häuser werden zudem variieren, um das Dorf schon optisch vielfältig, aber dennoch als ein harmonisches Ganzes zu gestalten. Alle Wohnhäuser werden mit einem Innenhof sowie einem bewachsenen Vorgarten versehen sein. Zugänglich sind die Bauten über Brücken und Wege, die als weiteren Pluspunkt einen weiten Blick auf den See und die umliegenden Berge bieten.

Wichtig ist es den Architekten außerdem, möglichst viele Flächen zu schaffen, die als Treffpunkte der Bewohner dienen: Es sind ein Seniorenzentrum sowie eine Kita geplant. Dazwischen sollen sogenannte „Bürgerplätze“ entstehen, um den Austausch unterschiedlicher Gruppen zu fördern.

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Renderings © Waugh Thistleton Architects

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