GENSLER STELLT PLÄNE FÜR POP-UP-KATHEDRALE IN PARIS VOR

Das internationale Architektur- und Designbüro Gensler hat einen markanten Entwurf für ein temporäres Kirchenschiff vorgestellt, das während der Periode des Wiederaufbaus von Notre Dame als Ausweichlocation und zwischenzeitliches Gotteshaus genutzt werden soll. Nach den Plänen von Gensler würde die Pop-up-Kathedrale direkt auf dem berühmten Parvis-Platz und somit in unmittelbarer Nähe zu der berühmten gotischen Kirche entstehen.

Der Entwurf für den Pavillon Notre-Dame bietet eine bescheidene aber emblematische Struktur und orientiert sich bei den Ausmaßen an dem 850 Jahre alten Vorbild. Der Kubus soll genau so groß werden wie das Mittelschiff von Notre Dame – 75 Meter lang und 22 Meter breit. Als Baumaterial wurde vor allem mit verkohltem Holz geplant.  „Verkohltes Holz, eine der ältesten und effektivsten Methoden zum Schutz des Holzes vor Feuer, ist eine Reminiszenz and den Großbrand der Notre-Dame zerstört hat und soll jetzt ein starkes Symbol für die Wiedergeburt und Transformation des berühmten Bauwerks sein“, sagt Duncan Swinhoe, Regional Managing Principal bei Gensler.

Umhüllt wird das holzige Skelett mit transluzentem Kunststoff, wodurch die Installation mit natürlichem Licht durchflutet wird und so optische Akzente setzt. Das Dach soll mit üppigen und ebenfalls durchlässigen Folienkissen besetzt werden.

Bei den Nutzungsmöglichkeiten wurde eine maximale Flexibilität berücksichtigt. Hinter dem Altar sollen bewegliche Paneele installiert werden, die einen vollständigen Blick auf Notre-Dame ermöglichen. Genslers Entwurf beinhaltet zudem rotierende Paneele im Erdgeschoss, die so positioniert werden können, dass sie den Kubus weiter öffnen oder verschließen. So soll die Fläche unkompliziert auf große Gottesdienste oder Kulturveranstaltungen vorbereitet werden.  Duncan Swinhoe, Regional Managing Principal bei Gensler, sagte: „Es ist wichtig, dass der Entwurf der Kathedrale treu bleibt, aber nicht in den Hintergrund tritt. Wir wollten ein Gleichgewicht zwischen einer Struktur finden, die die Gemeinschaft einlädt und dennoch in einen reflektierenden und spirituellen Hafen verwandelt werden kann, wenn die Messe gefeiert wird. Wir hoffen, dass dies den Menschen in Paris und der Welt eine Erklärung der Hoffnung und Wiedergeburt bietet.“

Noch ist völlig offen, ob die Pläne in der Verwaltung und bei den Pariser Bürgerinnen und Bürgern auf Gegenliebe stoßen werden und wie eine Finanzierung aussehen kann. Präsident Macron weiß bisher nur, dass die vollständige Restaurierung von Notre-Dame in fünf Jahren abgeschlossen sein soll. Experten halten das aber für utopisch.
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Renderings © Francoix Roux / Alarm Stock Photo

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