J.C. ARCHITECTURE SCHAFFT URBANES FAMILIENDOMIZIL

Das Design hatte das Ziel, einen sicheren Rückzugsort für Familien im urbanen Raum zu entwickeln, der die Stadt vor der Haustür weiterhin erlebbar macht. In dem geschaffenen „Living Lab“ konnte untersucht werden, wie ein Gebäude den Erwachsenen-Kind-Beziehungen ebenso gerecht werden kann, wie der Balance zwischen der nötigen Abgrenzung und der Teilhabe am urbanen Leben.

Ein geschichtsträchtiger Ort

In einem Viertel der Stadt, welches durch seine 90-jährige Geschichte geprägt ist, wurde dieses Konzept unter dem Motto „Geschichte als Fundament für die Zukunft“ realisiert. So sollte die Historie des Ortes im Design des sanierten Altbaus bewahrt werden. Dazu sind beispielsweise die Fensterrahmen in Erinnerung an die japanische Besatzungszeit aus Hinko-Holz gefertigt worden. Der Fußboden wurde als Sinnbild für die Entwicklung des Landes seit der taiwanesischen Regierung mit Marmorbruchstücken saniert. An die 10-jährige Hungersnot, die das Stadtbild prägte, erinnert der Erhalt der seit Jahren im Hinterhof wachsende Weinrebe.

Diese durch ursprüngliche Handwerkskunst sanierten Elemente stehen in Kontrast zu modernen Bauteilen, wie einer futuristischen Halogenleuchte in der Küche, oder der roten Haustür. Neben der Verbindung von alt und neu, soll das Haus zudem den Ansprüchen einer modernen Familie im urbanen Raum genügen.

Erweiterung und Öffnung der Räume

Das ursprüngliche Gebäude ist bereits in den 1950er Jahren um einige Räume erweitert worden. Der Neubau umfasst Küche und Wohnzimmer, die von den Schlafzimmern durch eine sechs Meter lange massive Wand im Eingangsbereich abgetrennt werden. Zum Innenhof hin ersetzte J.C. Architecture die Wände durch Glas, was die strikte Trennung von Innen- und Außenraum aufweicht. Zudem wird durch den begrünten Innenhof sowie durch die offene Raumstruktur den Kindern der nötige Raum zur Entfaltung geboten.

Das Lichtkonzept des Objektes ist wichtiger Bestandteil des Designs. Oberlichter im Dach sorgen für ausreichend Tageslicht, das durch die Farbgestaltung des Innenraums aufgefangen und transportiert wird. Die Designer sprechen hier von einer „räumlichen Fließfähigkeit des Lichtes“. Über eine rote Treppe im Außenbereich gelangt man auf das Dach des Gebäudes. Von hier aus besteht eine direkte visuelle Verbindung zur Stadt, die Bewohner des Hauses so direkt erleben können.

Urbanität und familiärer Rückzugsort sollen durch dieses Konzept attraktiver und vor allem in einer dicht bebauten Stadt wie Taipeh durch Revitalisierung überhaupt möglich gemacht werden. Durch den Erhalt vieler Baubestandteile konnten die Kosten relativ gering und die Bauzeit auf nur sechs Monate beschränkt werden.

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© Kuo-Min Lee JC Architecture

 

 

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