PARISER ARCHITEKT JEAN-PIERRE LOTT REALISIERT FELSENHAUS IN MONACO

Das Ergebnis dieser Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Natur und Mensch ist ein Haus, das durch die Aushöhlung eines massiven Felsen entstanden ist. Sein Inneres erinnert an eine Höhle und verfügt über Untergeschosse, die Eigenschaften einer unterirdischen Grotte aufgreifen. Ein Bruch in der Felswand bildet den Hauseingang der Villa Troglodyte, der im Gebäudeinneren in eine Fußgängerbrücke übergeht. Von hier aus wird der Blick auf einen Indoor-Pool, angelehnt an einen unterirdischen See, gewährt. Brüche und Öffnungen sorgen für einen optimalen Tageslichteinfall. Die Fenster verfügen je nach Raumfunktion über spezifische Rahmen und bilden ein Verbindungsglied zwischen Natürlichem und Gebautem.

Für die Konstruktion des Hauses blieb der Fels auf Ebene des Erdgeschosses bestehen, während für die Errichtung der oberen Stockwerke der Echtfelsen abgetragen und durch neuangebauten Felsen mit identischen Eigenschaften ersetzt wurde. Insgesamt verfügt das Felsenhaus über fünf Ebenen. In den oberen Etagen befinden sich ein Wohn- sowie drei Schlafzimmer, die über Treppen oder alternativ mit einem gläsernen Aufzug erreicht werden. Das gesamte Design inklusive der nachgebildeten Vegetation spiegelt die natürlichen Gesteinsstrukturen wie Brüche, Hohlraumbildungen oder Festigkeit wider, ohne den Eindruck einer künstlichen Fassadenverkleidung zu erwecken.

Im Vergleich zu herkömmlichen Häusern, die nach den Standards der Réglementation Thermique Française (französischen Wärmeverordnung) gebaut werden, verbraucht die Villa Troglodyte 40 Prozent weniger Energie. Hierfür ist die bioklimatische Architektur verantwortlich: Wärmedämmung, durch die Gesteinshülle sowie die optimale Lichtflutung ermöglichen Energieeinsparungen. Der Großteil der Versorgung kann schließlich durch erneuerbare Energien wie Geothermie und Solarenergie gedeckt werden. Auch bei der Wahl der Materialien entschied sich der Architekt unter ökologischen Gesichtspunkten, bevorzugt recycelte bzw. regionale Ressourcen zu verwenden.

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© Loïc Thebaud

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