SILICON VALLEY: FACEBOOK STEIGT IN DEN AMERIKANISCHEN WONUNGSMARKT EIN

Der Wohnungsmarkt im Silicon Valley gilt als einer der teuersten und verrücktesten der Welt. Dank des rasanten Wachstums der ansässigen Hightech-Unternehmen wie Apple, Google und Tesla, sind in der Region allein zwischen 2010 und 2015 rund 370.000 neue Stellen geschaffen und besetzt worden – gleichseitig sind aber nur 57.000 neue Wohneinheiten entstanden. Aufgrund der hohen Durchschnittsgehälter, Berufsanfänger mit einem akademischen Titel starten nicht selten mit einem sechsstelligen Jahresgehalt, und der beschriebenen Wohnungsknappheit sind die Mietpreise in den letzten Jahren vollständig explodiert. Für ein WG-Zimmer in akzeptabler Lage müssen 2000 Euro einkalkuliert werden. Für eine Single-Wohnung mindestens 3500-4000 Euro Miete. Für die Menschen die seit vielen Jahrzehnten in der Region leben und keine Verbindung zu den beschriebenen Unternehmen haben, sind die Mieten unbezahlbar. Doch auch Praktikanten, Berufsanfänger und einfache Bedienstete landen nicht selten auf der Straße oder schlafen in Zelten.

Die Zustände trüben das Bild der dynamischen Traumlandschaft, wo der amerikanische Traum lebt und mit harter Arbeit angeblich alles möglich scheint. Auch für die Unternehmen Vorort werden die teuren Lebensumstände zu einem wachsenden Problem. Das benötigte und hoch qualifiziertes Fachpersonal aus der ganzen der Welt, sieht es immer häufiger nicht mehr ein einen Großteil des monatlichen Einkommens nur für Miete, Verpflegung und Transport auszugeben. Zwar ist der öffentliche Nahverkehr in San Francisco und im Silicon Valley gut ausgebaut, aber eine Monatskarte kostet bis zu 400 Euro. Zudem liegen viele Unternehmen etwas ab vom Schuss, weshalb für viele Angestellte ein Auto als unverzichtbar angesehen wird.

Facebook hat diese Woche bekannt gegeben, dieser Entwicklung entgegenzutreten und mindestens eine Milliarde Dollar für den Bau von ca. 20.000 bezahlbaren Wohnungen bereitzustellen. Diese sollen u.a vor allem für Krankenschwestern, Feuerwehrleuten, Lehrer und aber natürlich auch eigenen Angestellten zur Verfügung stehen und etwas Druck aus dem angespannten Wohnungsmarkt nehmen. 250 Millionen Dollar sollen allein für den Bau neuer Wohnungen auf Flächen genutzt werden, die dem Bundesstaat Kalifornien gehören. Das Budget soll innerhalb der nächsten 10 Jahre ausgerollt werden. Welche Mietpreise der Konzern anpeilt, ist bisher nicht bekannt.

Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, begrüßte die Pläne von Facebook. „Die Regierung kann das Wohnraumproblem nicht allein lösen. Eine Zusammenarbeit mit Privatunternehmen wie Facebook ist notwendig.“

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