BREMERHAVENER STÄWOG GEWINNT PREIS ALS SOZIALE STADT

Gegen den Strom-Spiralenhaus © Stäwog

Noch Ende der 1990er Jahre habe die Siedlung Wulsdorf-Ringstraße vor dem Abgrund gestanden, hieß es in der Preisbegründung: „Das Quartier war zum sozialen Brennpunkt verkommen, Arbeitslosen- und Sozialhilfequoten lagen teils um ein Vielfaches höher als im restlichen Stadtgebiet Bremerhavens.“ Gemeinsam mit den Bewohnern und Kooperationspartnern sei die kommunale Stäwog seit 1999 die architektonischen und sozialen Missstände angegangen.

Statt des vielfach geforderten kompletten Abrisses habe sie auf teilweisen Rückbau, Neubau und innovative Weiterentwicklung der Gebäude gesetzt, was nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die vorhandenen sozialen Strukturen geschont und bewahrte habe: Das Quartier sei vom sozialen Brennpunkt zum Stolz der Bewohner geworden und strahle positiv in die Umgebung aus, lobte die Jury.

Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz gratulierte der Stäwog: Das städtische Unternehmen nehme seine Verantwortung für die Stadt in herausgehobener Stellung wahr, sagte Grantz, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Stäwog ist.

Die Stäwog hat mit ihren Projekten schon mehrfach Preise gewonnen. Im letzten Jahr hatte sie den renommierten Deutschen Bauherrenpreis bekommen. Bei „Living Streets“ im Stadtteil Lehe wurde ein Schlichtbau-Wohnblock aus den Fünfzigern zu einem modernen Wohnquartier umgebaut, in dem alle Wohnungen über Laubengänge miteinander verbunden sind. In aufwändiger Bauart hatte die Stäwog den Komplex vollständig entkernt und grunderneuert – mit viel Glas und buntem Beton.

© Christian Klant

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.