CROWDINVESTMENT: EXPORO MELDET ERSTEN INSOLVENZFALL

In Zeiten von Niedrigzinsen bei Geldkonten und ausbleibenden Renditen suchen auch Kleinsparer und Privatleute nach neuen Möglichkeiten um sich für das Alter abzusichern  und das eigene Vermögen nebenbei zu vermehren. Immobilienanlagen bietet sich darum immer häufiger als attraktive Alternative an. Vor allem das Crowdinvestment bei Immobilien-Projekten liegt im Trend. Hier schließen sich wie beim Crowdfunding viele Kleinanleger zusammen und finanzieren mit unterschiedlichen Beteiligungsgrößen, die oft schon im kleinen dreistelligen Bereich beginnen, unterschiedliche Immobilien. Während bei den klassischen Geldinstituten aktuell faktisch keine Zinsen fließen, versprechen die Anbieter von Crowdinvestments zwischen 4-6% Rendite.

Laut dem Branchenportal Crowdfunding.de floss alleine in 2019 über Privatanleger die bisherige Rekordsumme von rund 300 Millionen Euro in entsprechende Projekte. Platzhirsch unter den Anbietern war dabei die Plattform exporo.de mit einem Anteil von 129 Millionen Euro. Diese Woche musste der Marktführer aber bekanntgeben, dass ein über Exporo finanzierte Projektbeteiligung bzw. der beteiligte Projektentwickler Konkurs angemeldet hat. An der Finanzierung hatten sich 877 Kleinanleger beteiligt und gemeinsam rund 1,7 Millionen zur Verfügung gestellt. Exporo hatte das Geld für die Deutsche Mikroaprtment AG (DEMA) eingesammelt, die nun einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hat. Die 877 Anleger sollten ihr Darlehen, das mit 5,5% verzinst werden sollte, ursprünglich spätestens bis zum 30.01.20 zurückerhalten. Eine verbindliche Aussage ob die Anleger ihr Geld wiedersehen werden, wollte bisher weder Exporo noch die Dema treffen.

Während Exporo bis zur Dema-Insolvenz von einer solchen Pleiten verschont geblieben ist, erlebten die größten Mitbewerber von Exporo, die Firma Zinsland und die Firma Bergfürst ganz ähnliche Misserfolge. Im Sommer meldete ein Immobilienprojektentwickler aus Frankfurt Probleme bei der Finanzierung an und ging wenig später Pleite. Bis heute ist unklar ob die vielen Anleger, die über Zinsland investiert haben, ihr Geld wiedersehen werden. Bei Bergfürst sorgte ein Wohnbauprojekt in Sachsen-Anhalt für Ärger. Dort wurden rund 440.000 Euro von insgesamt 500 Kleinsparern verbrannt. Der Insolvenzverwalter von GPV Property Develeopment, dem verantwortlichen Unternehmen, macht den Betroffenen wenig Hoffnung darauf, das die Gelder vollständig zurückgezahlt werden können.

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