MARK 51°7 SENDET IMPULSE AUS BOCHUM IN DIE REGION

© Lutz Leitmann, derfilmflieger.de

Beinahe auf den Tag genau 52 Jahre nachdem in Bochum der erste Opel Kadett A vom Band lief und damit den Beginn einer der wichtigsten Episoden der Stadtgeschichte markierte, schloss die Restbelegschaft im Juni 2015 zum letzten Mal die Tore des Backsteinbaus.Die Firma Opel ist mit Bochum beinahe genauso eng verbunden wie der Steinkohlebergbau oder das Fiege-Bier. Auch entstand auf dem Gelände an der Autobahn A40 die weltweit erste Lackiererei für wasserbasierte Lacke. Obwohl am 5. Dezember 2015 um 00:27 Uhr der letzte Opel in Bochum Laer vom Band lief, lebt der Innovationsgedanke auf dem 70 ha großen Gelände fort.

GEWERBEGEBIET DER ZUKUNFT

Heute entsteht auf dem ehemaligen Produktionsstandort mit MARK 51°7 ein Gewerbegebiet der Zukunft, das die Anforderungen moderner Arbeitswelten erfüllt und Unternehmen in die Lage versetzt, ihren Mitarbeitern im Sinne des Work-Life-Blendings äußerst attraktive Arbeitsumgebungen zu bieten. Mit der Entwicklung der Fläche in einen Industrie-, Technologie- und Wissenscampus wird diese zu einem bedeutsamen Ankerpunkt für die Vision Bochums, sich als Stadt des produktiven Wissens zu etablieren. Auf dem gesamten Areal werden circa 450.000 m2für Industrie- und Gewerbeansiedlungen bereitgestellt. Moderne, technologieorientierte Unternehmen finden dort ebenso Platz, wie Forschungsinstitute. In den kommenden zehn Jahren sollen sich bis zu 35 Betriebe auf der Fläche ansiedeln. Repräsentative Neubauten, die Integration von Bestandsgebäuden und ansprechende Freiraumgestaltung kreieren einen attraktiven Standort für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Bereits heute sind einige große Namen an den Wegweisern und Informationsschildern auf dem Gelände zu lesen, darunter die Harpen Group sowie der IT-Dienstleister eggheads GmbH, welche im Februar 2019 ihren Firmensitz auf MARK 51°7 verlegt haben. Ab Herbst 2019 wird die Deutsche Post DHL Group inmitten des Areals eines der größten und leistungsfähigsten Paketzentren Europas in Betrieb nehmen und damit aus Bochum heraus neue Maßstäbe in der Logistik setzen. Bereits jetzt bei etwa 60 Prozent Auslastung schafft die Fläche bis zu 6.000 Arbeitsplätze in für den angrenzenden Stadtteil Bochum Laer, diese vorwiegend im Technologiesektor. Das erklärte Ziel ist die Schaffung von Synergien durch die räumliche Nähe von Wirtschaft und Wissenschaft.

Die Fassade des ehemaligen Verwaltungsgebäudes steht unter Denkmalschutz und soll erhalten bleiben. © RKW Architektur +

LANDMARKEN AG

Der Aachener Projektentwickler Landmarken AG hat das ehemalige Verwaltungsgebäude des Opel-Werkes erworben und wird dort einen Innovation Campus entwickeln, der auch konzeptionell zu den Entwicklungen auf MARK 51°7 passt. Das Gebäude umfasst eine Bruttogeschossfläche von 16.000 m2und ist heute das markenteste Projekt der Gebietsentwicklung. Es verbindet die Geschichte des Standortes mit seiner nicht weniger beeindruckenden Zukunft. Neben Büros, Hörsälen, Laboren und einer Versuchshalle umfasst das Konzept der Landmarken AG und RKW Architektur + ein attraktives gastronomisches Angebot, eine Kindertagesstätte sowie ein Boarding House. Die Landmarken AG setzt dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit der Entwicklungsgesellschaft Bochum Perspektive 2022, die den Großteil der räumlichen Umgestaltung der 700.000 m2Fläche koordiniert und die Flächen anschließend vermarktet. Durch das urbane Flächenrecycling auf dem Gelände des ehemaligen Opel-Werks I ergeben sich nicht nur neue Perspektiven für Bochum als überregional relevanten Standort für Wissenschaft und Wirtschaft, sondern auch Synergieeffekte für den angrenzenden Stadtteil Bochum Laer.

BOCHUM LAER

Bochum Laer erstreckt sich vier Kilometer vom Stadtzentrum entfernt zwischen der Autobahn A43 im Norden und der Parkplatzfläche des Opelwerkes im Süden. Heute bewohnen etwa 6.300 Menschen die Häuser und Wohnungen des ehemaligen Arbeiterquartiers. Der einst als Straßensiedlung gegründete Stadtteil erlebte seine Hochphase in den 60er- und 70er-Jahren. Zu Hochzeiten beschäftigte Opel in Bochum Laer rund 14.000 Menschen und war somit der wichtigste Arbeitgeber im Stadtteil. Die zunehmende Automatisierung des Produktionsprozesses führte zu sinkenden Beschäftigungszahlen. Bedingt durch die wenigen lokalen Arbeitsplätze hat Bochum Laer heute den Status eines Pendlerstadtteils inne. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Versorgungsinfrastruktur. Aufgrund von Angebotsdefiziten im Bereich der Nahversorgung kann heute nur ein kleiner Anteil der Kaufkraft im Stadtteil gebunden werden.

MARK 51°7

Drei Jahre nach der Schließung des Opel-Standortes beschloss der Rat der Stadt Bochum am 28. September 2017 unter dem Titel „Wohnen und Arbeiten in neuer Nachbarschaft“ das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept Laer/ MARK 51°7 (ISEK). Wohnen und Arbeiten im Einklang miteinander zu denken, hat in Bochum Laer seit jeher Tradition: Zunächst wurde im Bergbau „malocht“, später an den Fließbändern des Automobilherstellers. Mit dem ISEK verfolgt die Stadtverwaltung nun das Ziel, den Stadtteil als attraktiven Standort zum Leben und Arbeiten zukunftsweisend zu gestalten. Vor diesem Hintergrund spielt die Entwicklung  von MARK 51°7 an der Wittener Straße eine Schlüsselrolle. Die Vielzahl neuer Arbeitsplätze, setzt zugleich ein entsprechendes Angebot an attraktivem Wohnraum in der naheliegenden Umgebung voraus. Um die Barrieren zwischen Leben und Arbeiten aufzubrechen, entsteht mit dem an Bochum Laer angrenzenden Neubaugebiet Ostparkeine bauliche Erweiterung des Stadtteils. Hier werden in den nächsten Jahren vielfältiger Wohnraum, Flächen für Naherholung und moderne Infrastruktur geschaffen. Davon profitieren insbesondere die Beschäftigten auf MARK 51°7.

Die offene Grünraumgestaltung ist einer der zentralen Punkte auf Mark 51°7. © skt umbaukultur – Partnerschaft von Architekten mbB

ENTWICKLUNGSKONZEPT

Als verbindender Stadtteil zwischen MARK 51°7 und dem Entwicklungsgebiet Ostparkbedarf Laer im Entwicklungsprozess einer verträglichen Steuerung und Einbeziehung. Im direkten Größenvergleich wird deutlich, dass die zu entwickelnde Fläche mit 100 Hektar annähernd so groß wie das bebaute Bestandsgebiet Bochum Laers selbst ist. Für den kleinen Stadtteil sind in den kommenden Jahren tiefgreifende strukturelle Veränderungen zu erwarten. Hierbei bedarf es einer filigranen Verzahnung der drei Entwicklungsbereiche, sodass auch Laer im Zuge der Gebietsentwicklung künftig profitieren kann. Als weitreichende Maßnahmen des ISEK sind aus diesem Grund der großflächig barrierefreie Ausbau des Verkehrswegenetzes sowie eine Revitalisierung des Nahversorgungsangebotes hervorzuheben. Zudem wird angestrebt, wieder eine soziale Mitte für die zahlreichen Vereinsaktivitäten der Bevölkerung Laers zu schaffen und die Entwicklung und Modernisierung im Bestand zu fördern. Neben der Sicherstellung eines attraktiven Arbeits- und Wohnumfeldes steht die Erweiterung, Verbesserung und Vernetzung der Grünflächen im Fokus des ISEK. Auch die daraus resultierenden Freizeitpotenziale effektiv und gezielt nutzbar zu machen, ist Ziel des neuen ISEK für Bochum Laer.

WOHNEN UND ARBEITEN IM EINKLANG

Im Bochumer Osten steht das Miteinander von Wohnen und Arbeiten nicht im Widerspruch. Heute verbinden sich dort industrielle Tradition und innovative Technologie. Mit MARK 51°7 entsteht ein Ort, der es vermag, die Zukunft eines ganzen Stadtteils, einer Stadt und vielleicht sogar einer ganzen Region entscheidend zu prägen und zu sichern. Bereits in der Vergangenheit stellte das Areal ein wichtiges Standbein der Bochumer Wirtschaft dar und setzt auch für Bochum Laer durch die Entwicklung der Fläche einen hochwertigen Impuls. Die gute Verkehrsanbindung Bochum Laers, die naturnahe Lage der Wohnquartiere sowie die künftigen Entwicklungen auf dem alten Werksgelände der Adam Opel AG, sind die treibenden Faktoren für eine Gebietsentwicklung, die von Traditionen und Innovationen abhängt und die Stadt Bochum, vielleicht sogar das gesamte Ruhrgebiet zu einem Vorzeigestandort der Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft macht.

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