BRÜSSEL VERWANDELT SEINE INNENSTADT IN EINE RIESIGE FAHRRAD- UND FUSSGÄNGERSZONE

Die belgische Hauptstadt nutzt das baldige Ende der Ausgangsbeschränkungen für einen radikalen Schritt und verwandelt seine historische Innenstadt formal in ein Wohngebiet. Betroffen sind alle Straßen innerhalb des kleinen Rings (R20) und der Bezirk Pentagon. Für motorisierte Fahrzeuge wie Autos und Busse, sowie Fahrräder, gilt innerhalb dieser Gebiete eine zukünftige Höchstgeschwindigkeit von maximal 20 km/h. Fußgänger haben gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern immer Vorrang und können die volle Breite der Straßen nutzen. „Als Fußgänger können Sie die Straßen zukünftig nach belieben überqueren und sollen sich sicher sein, dass Autofahrer Rücksicht nehmen und mit reduzierter bzw. angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind. Das gilt auch für unsere Busse“, erläutert der Stadtrat für Mobilität Bart Dhondt die Pläne. „Alle Ampeln in dem beschriebenen Gebiet werden orange blinken, außer auf der Koningsstraat und der Regentschapsstraat, weil dort Straßenbahnen fahren, so Dhondt weiter.

Umsetzung bis spätestens Anfang Mai

Aktuell prüft die Stadt noch, wie viele und welche Verkehrsschilder für die Maßnahme benötigt werden und welche zusätzlichen Installationen, wie zum Beispiel begrenzende Blumenkästen, sinnvoll sind. Trotzdem soll die Umstellung so schnell wie möglich erfolgen. Idealerweise noch Ende April, spätestens Anfang Mai sollen sich die Brüsseler Bürgerinnen und Bürger mit einem neuen Sicherheitsgefühl durch die Innenstadt bewegen können. „Wir wollen den Menschen in Brüssel während dieser Corona-Krise mehr Raum geben und ermutigen, sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortzubewegen“, kommentiert Bart Dhond die Beweggründe der Verwaltung.

Ähnliche Maßnahme bekommt viel Zuspruch

Das Wohngebiet ist dahingehend nicht die erste Maßnahme der Stadt Brüssel; auch der Ter Kamerenbos, eine große parkähnliche Anlage ist seit dem 19. März für den Verkehr gesperrt. „Wir stellen fest, dass die Schließung vielen Menschen gefällt und der neue Raum gut ankommt. Wir beobachten die Situation weiterhin, aber bis auf Weiteres wird das Ter Kamerenbos für Fußgänger und Radfahrer vollständig geöffnet und für Autos geschlossen bleiben“, so Stadtrat Bart Dhondt abschließend.

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