COVID-19: MOBILE TESTLABORE FÜR BENACHTEILIGTE BEVÖLKERUNGSGRUPPEN

© Courtesy of Perkins and Will

Der Kampf gegen den Coronavirus hält jede Menge Herausforderungen bereit. Ein Problem ist besonders gravierend: Die fehlende Gleichberechtigung beim Zugang zu Tests sowie zur Behandlung des Virus. Weltweit sind unterversorgte und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen sowohl wirtschaftlich als auch medizinisch unverhältnismäßig stark von COVID-19 betroffen. Ebenso schränken unzureichende Tests und lange Verzögerungszeiten bis zum Erhalt der Testergebnisse die Eindämmung des Virus ein.

Dieses Thema hat auch das Architekturbüro Perkins and Will sowie das dänische Designbüro Schmidt Hammer Lassen und die Arup Group beschäftigt. Gemeinsam haben sie an Lösungen gearbeitet, um erhöhte Testkapazitäten in dicht besiedelten und zugleich unterversorgten Gebieten zu ermöglichen.

Umgenutzte Schulbusse werden zu mobilen Testlaboren

Herausgekommen ist eine simple, kostengünstige und zugleich sehr nützliche Idee. Sie haben den Plan entwickelt, ungenutzte Schulbusse in mobile Testlabore umzubauen, die weltweit einsetzbar wären. Sie könnten dazu beitragen, die bestehenden Ungerechtigkeiten zu reduzieren. Ebenfalls vorteilhaft ist die Umfunktionierung bestehender, ungenutzter Strukturen, statt etwas vollkommen Neues erschaffen zu müssen. 

Perkins und Will gründeten das Layout des Konzepts um den neu genehmigten Abbott-ID-NOW-COVID-19-Test herum. Dieser ermöglicht den Erhalt der Testergebnisse innerhalb von Minuten. Im umfunktionierten Bus könnten unter sicheren Bedingungen Proben entnommen und vor Ort direkt ausgewertet werden. Auch die Entsorgung der Proben ist auf sichere Art und Weise möglich.

Schnelle Testung und Auswertung vor Ort

© Courtesy of Perkins and Will

Das Unternehmen Arup entwickelte außerdem eine App, um die Nutzung des mobilen Labors zu erleichtern. Sie bietet die Möglichkeit, Termine zu vereinbaren, um die soziale Distanzierung einhalten zu können. Angesichts der Tatsache, dass bei der Idee der Schwerpunkt auf Gleichberechtigung liegt, ist der Zugang per Smartphone natürlich keine Voraussetzung, und jeder ist willkommen, sich anzumelden. Die getesteten Personen könnten über die App auch über ihr Testergebnis informiert werden, wenn ein Smartphone vorhanden ist. Ansonsten würden die Ergebnisse mündlich übermittelt werden.

„Wir wollten das Fachwissen unseres interdisziplinären Teams nutzen, um den Bedürftigen in der Krise zu helfen. Wir glauben, dass das mobile Testlabor eine skalierbare und zugängliche Lösung ist, um die Lücke bei den Tests zu schließen“
– Mariana Giraldo, Perkins and Will

Im hinteren Teil des Busses könnte ein Ruhebereich mit Annehmlichkeiten für die Mitarbeiter entstehen. Darüber hinaus könnte ein Clean-Flow-Verfahren implementiert und ein Unterdrucksystem geschaffen werden, um das Risiko einer Kontamination innerhalb des Laborbereichs zu minimieren. Generatoren könnten oben auf dem Bus platziert werden, um Strom zu liefern.

Die mobilen Labore könnten künftig auch Antikörpertests anbieten sowie Impfungen gegen den Virus verabreichen, sobald diese entwickelt und zugelassen sind, um stark gefährdete Bevölkerungsgruppen möglichst schnell schützen zu können.

Perkins and Will suchen noch nach weiteren Projektpartnern, um das Projekt weiterzuentwickeln und umsetzungsfähig zu machen. 

© Courtesy of Perkins and Will

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