FREIBURG: VOLKSBANK-AREAL WIRD ZUR NEUEN LANDMARKE

Foto: Jochen Stuebe

Das multifunktionale Areal beherbergt auf 43.000 m2 Bruttogeschossfläche unter anderem die neue Zentrale der Volksbank Freiburg, Stiftungen der Erzdiözese Freiburg, Räume des St. Ursula Gymnasiums, ein Hotel, Büros sowie Ladenflächen. Das von außergewöhnlicher Nutzungsvielfalt geprägte Projekt entstand in einer beispielhaften Bauherrengemeinschaft der Volksbank Freiburg und des Breisgauer Katholischen Religionsfonds. Die Baukosten beliefen sich auf 105 Millionen Euro.

Der Schwarzwald als identitätsstiftendes Vorbild

In zentraler Lage direkt gegenüber des Freiburger Hauptbahnhofs ist es Eingangstor und Visitenkarte der Stadt. Eine sensible Interpretation der traditionsreichen Identität der Stadt und des weltberühmten Schwarzwaldes markierten den Ausgangspunkt des Entwurfsprozesses. Die vertikale Lamellenstruktur der Fassaden nimmt dazu die Idee von Bäumen im Wald auf abstrakte Weise auf. Das Thema wurde weiterhin konsequent in der Innenarchitektur angewendet. Hadi Teherani Architects gestalteten helle, zeitlose und elegante Räume, in denen Holzoberflächen eine warme Atmosphäre erzeugen.

Foto: Jochen Stuebe

Bei der Entwurfsplanung stand das Architekturbüro vor der ungewöhnlichen Fragestellung, wie sich eine einheitliche Architektursprache formulieren lässt, die sowohl eine Bank, eine Schule und ein Hotel repräsentiert. Entstanden ist ein komplexes, sich in die urbane Umgebung sinnvoll einfügendes, dabei zugleich selbstbewusstes Volumen. Der Bau positioniert sich eindeutig im Stadtraum, ohne die unterschiedlichen Nutzungen im Inneren außer Acht zu lassen. Diese besondere funktionelle Mischung sowie die angemessene Dichte sollen das Volksbank-Areal zu einem wichtigen Baustein für eine lebendige und nachhaltige Stadtentwicklung machen.

Bauen im Kontext

Der Gebäudekomplex ist in mehrere, um einen Innenhof gruppierte Baukörper gegliedert, die auf den städtebaulichen Kontext Bezug nehmen. Der Außenbau mit bodentiefen Fenstern besitzt eine vorgehängte vertikale Lamellenstruktur aus eloxierten Aluminiumprofilen. Die einzelnen Lisenen sind im Bereich der Brüstungsverkleidungen nicht sichtbar mit dem Rohbau verankert, wodurch ein vor der Fassade schwebender Effekt entsteht. In die Lisenen integrierte, dimmbare LED-Lichtbänder rhythmisieren bei Dunkelheit die Fassade und unterstreichen die Dynamik von Hauptbahnhof und Bismarckallee. Der Vertikalzug der Lamellen wird durch versetzte Kuben spielerisch konterkariert. „Die Aufteilung inkubische Baukörpergeht auf die spezifische städtebauliche Körnung der Nachbarschaft ein und setzt gleichermaßen dem schlanken Turm des Hauptbahnhofs ein spannungsreiches Volumen gegenüber“, so Dr. Christian Bergmann, Projektverantwortlicher und Partner bei Hadi Teherani Architects.

Weithin sichtbar ist der aufragende zwölfstöckige Turm des Volksbank-Areals. Auch er setzt sich aus mehreren zwei-bis dreigeschossigen Blöcken zusammen, welche durch Vor-und Rücksprünge leicht verschoben sind. Die Erdgeschosszone ist vollverglast und öffnet sich mit Ladenflächen zum Stadtraum hin. Der Innenhof ist begrünt und besitzt zwei separat zugängliche Außenterrassen, die ruhige Oasen inmitten der Stadt schaffen sollen.

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt

Foto: Dr. Christian Bergmann

Das Volksbank-Areal wurde von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) mit dem Vorzertifikat in Gold ausgezeichnet. Für die Beurteilung der renommierten Zertifizierung fließen 37 Nachhaltigkeitskriterien aus den Themenfeldern Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Aspekte, Technik, Prozessqualität und Standort ein. Der Neubau entstand auf dem Areal des alten Gebäudes der Volksbank aus dem Jahr 1974, das hinsichtlich Technik und Wärmedämmung den aktuellen Standards nicht mehr gerecht werden konnte. Der Abriss ging einher mit einer fast vollständigen Recyclierung, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren. Dafür wurden die Fassadenplatten zur Wiederverwertung von Hand demontiert und der Bauschutt aufwendig sortenrein getrennt. Dieser findet nun gleichmäßig zerkleinert als Grundmaterial für den Straßenbau Verwendung. Der Abfall des Altbestandes beschränkt sich auf nicht mehr verwendbaren Asbest und künstliche Mineralfaser

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