TRANSFORMATION: INDUSTRIEBRACHE IN MOSKAU WIRD ZU VIELFÄLTIGEM STADTVIERTEL

Als Inspiration der neuen öffentlichen Räume und der Strategie für die Landschaftsgestaltung dient die vorindustrielle Vergangenheit des Gebiets – drei Ringe, die aus einem Hain, einem offenen Feld mit einer Reihe von Teichen und einem Fluss mit natürlichen Ufern bestehen. Der Masterplan für das Transformationsprojekt ZIL-South von KCAP orientiert sich dabei an drei vorrangigen Zielen, die innerhalb des neuen Viertels erreicht werden sollen. Zum einen verfolgt der Plan das Prinzip der 15-Minuten-Stadt: Insgesamt bleibt das Viertel weitgehend autofrei, die wichtigsten Handels-, Geschäfts- und öffentlichen Bereiche sollen innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichbar sein. Unter anderem sorgen zwei große Fußgängerzonen für eine leichte Orientierung und Erreichbarkeit aller Annehmlichkeiten per pedes – der ZIL-Park sowie die weitläufige Fußgängerpromenade. Darüber hinaus trägt auch ein Netz von Wegen zu einer intuitiv verständlichen und komfortablen Umgebung für Fußgängerinnen und Fußgänger bei.

Mosaikartige Umgebung mit unterschiedlichen Funktionen

© KCAP

Das zweite Ziel nennen die Architekten ZIL-Mosaik: Sie wollen eine Vielzahl unterschiedlicher räumlicher und atmosphärischer Umgebungen schaffen, die sich mosaikartig zusammensetzen. Diese verschiedenen Umgebungen spiegeln dabei vier unterschiedliche „Charaktere“ wider. Die River Quarters zeichnen sich durch ihre offene Gestaltung und die Lage am Ufer aus. Man findet dort insbesondere mittelhohe, terrassenförmig angelegte Gebäude mit Blick auf das Wasser, die Hochhausdominaten im Hintergrund kontrastieren.

In den Urban Gardens wechseln sich Stadtvillen mit Gebäuden mittlerer Höhe ab und schaffen eine einzigartige Innenwelt, die sich am menschlichen Maßstab orientiert. Zahlreiche Grünflächen sorgen hier für eine ruhige Atmosphäre und viel Erholungspotential. Park Quarters zeichnet sich durch seine durchlässige Struktur verschiedener Arten von Wohngebäuden aus. Zuguterletzt schafft das Business Quarters ein funktionales, aktives Umfeld mit halbgeschlossenen Vierteln sowie Hochhausakzenten und einer strengen Landschaftsgestaltung. Es befindet sich in der Nähe der Verkehrsknotenpunkte und dem künftigen Geschäftsviertel. Ikonische Gebäude und architektonische Wahrzeichen fördern hier eine lesbare städtische Struktur.

Öffentlicher Raum im Fokus

Das dritte Ziel nennen die Architekten die „Maximierung der Schaffung von öffentlichem Wohlstand im ZIL“. Gemeint ist damit ein Rahmen von qualitativ hochwertigen und gut durchdachten öffentlichen Räumen mit einer Fläche von 40 Hektar. Dazu zählen Straßen, Parks und öffentliche Plätze, die zu einer erhöhten Vernetzung innerhalb des Viertels beitragen. Ebenfalls sollen dabei soziale Einrichtungen diese Funktion erfüllen, die Teil eines übergreifenden Ganzen werden.

© KCAP

Insgesamt ist es KCAP wichtig, das neue Viertel bestmöglich in die bestehende Landschaft zu integrieren und die Stadt mit viel Grün und ökologischen Materialien zu bereichern. KCAP hat die historische Essenz des Ortes mit der modernen Stadt des 21. Jahrhunderts kombiniert, in der die Struktur der öffentlichen Räume vorherrscht. Der Masterplan wurde im Auftrag des russischen Projektentwicklers Etalon Group entwickelt und soll über 15 Jahre in neun Phasen fertiggestellt werden. Aktuell befindet sich die erste Phase im Bau, der Plan dafür stammt aus der Feder vom russischen Architekturbüro Buromoscow.

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alle Bilder © KCAP

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