Kapital

polis_04_2014Wie viel etwas kostet und wie viel Wert es tatsächlich hat, halten wir uns im Unterschied nicht immer klar vor Augen. Wenn man über Ausschreibungen die niedrigst bietenden Partner sucht, mag man sich in einer scheinbar objektiven Klarheit bewegen. Ob die Entscheidung aber den ersten Unvorhersehbarkeiten Stand hält, erweist sich meist erst viele Schritte später. Ob die Wahl ein Ergebnis bringt, dass die Lücken der Ausschreibung deutlich macht, oder das eigentlich Gewollte im besten Sinn erreicht hat, steht in weiter Ferne.

Und wer hat nicht auch selbst schon die Erfahrung gemacht, das Günstige beim Einkauf bevorzugt zu haben und kurze Zeit später durch Mangelhaftigkeit, schlechten Service oder unzureichende Funktionsfähigkeit eines Besseren belehrt worden zu sein?

Wir kennen es alle aus beruflicher und privater Erfahrung. Es ist der Wert, den wir schätzen. Und dieser Wert lässt sich nicht allein durch die benannten Kosten darstellen, sondern durch einen Mehrwert, der sich der eigentlichen Beschreibung entzieht. Gemeinhin nennen wir solche Qualitäten, wenn sie über die rein funktionalen hinaus gehen, auch weiche Faktoren, die suggerieren, es handle sich um ein Add-on, ein „kann man haben, muss man aber nicht“, weil die greifbaren Eigenschaften das Eigentliche seien.

Wenn man aber Immobilien betrachtet, Straßenräume und Plätze, wird man feststellen, dass genau dort Werte bestehen, wo Detail- und Materialqualität, Inspiration, Atmosphäre und Kreativität zu mehr werden, als dem rein physischen Ergebnis. Die Idee und Vision in den Objekten und Projekten schafft die Verbindlichkeit, aus der beständige Werte geschaffen sind. Es bleibt die wahrnehmbare Wirklichkeit, dass wir am Ende doch die Dinge suchen, die uns mehr geben, als nur das, was wir bezahlen. Wir leben davon, dass wir auf allen Seiten mehr einbringen, als es sein muss. Manchmal kostet das ein Prozent mehr oder zwingt zu einem persönlichen Risiko. Aber so wird es echt.

 

Es gibt Dinge,
die sind von
dauerndem Wert,
obwohl sie keinen
Bestand haben.
Rupert Schützbach

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