Smart City in der Praxis

Alles kommuniziert mit allem – das „Internet der Dinge“ ist die Vision unseres zukünftigen Alltags. Ein erster Schritt auf dem Weg zur Verschmelzung der digitalen mit der realen Welt sind sogenannte Cyber-physikalische Systeme (CPS). Wie kaum eine andere Region in Europa verfügt das größte europäische IKT-Cluster „Silicon Saxony“ über die Grundlagen dieser Technologie: hoch qualitative Mikroelektronik und Software. Dazu kommt, dass Sachsen ein traditioneller Industriestandort mit besonderer Expertise im Bereich Maschinen- und Anlagenbau ist.

Dresden ist eine Stadt mit besonderer Anziehungskraft: Über eine halbe Million Menschen leben heute in der Elbmetropole – und Dresdens Bevölkerung wächst und wächst. Seit Jahren ist die Stadt Deutschlands Geburtenhauptstadt. Jährlich kommen mehr als zehn Millionen Touristen nach Dresden. Als Wissenschafts- und Kongressstandort lockt die Stadt außerdem das ganze Jahr Forscher und Unternehmen aus dem In- und Ausland an.

Smart Mobility: Der Verkehr als große Herausforderung moderner Metropolen
Eines ist klar: In einer Metropole wie Dresden müssen diese Menschenmassen auch intelligent bewegt werden – ganz gleich, wie sie unterwegs sind. In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es deshalb bereits heute eine Reihe realisierter und implementierter Projekte, die die Stadt „smarter“ machen und den Verkehr unauffällig und auf intelligente Weise steuern. Dazu gehört u. a. das Verkehrsmanagementsystem VAMOS, das Verkehrsdaten erfasst, diese auswertet und für die Verkehrssteuerung und -lenkung aufbereitet. Das System vernetzt über 1.000 Verkehrsdetektoren sowie die verschiedenen Verkehrssteuerungs- und Leitsysteme des städtischen Straßennetzes und der Autobahnen. Die Dresdner Taxen fungieren als automatische mobile Staumelder. Zudem liefern über das Stadtgebiet verteilte Live- Kameras visuelle Informationen zu Verkehrslage. Dreh- und Angelpunkt von VAMOS ist die Dresdner Verkehrsdatenzentrale, die an der Technischen Universität Dresden angesiedelt ist. Das System ermittelt die aktuelle Verkehrslage, errechnet Varianten des optimalen Verkehrsflusses und steuert den Dresdner Verkehr vollautomatisch. „Smarte “ Konzepte für alle Lebensbereiche VAMOS bietet außerdem ein dynamisches Parkinformations- und Leitsystem. Der entscheidende Vorteil an der Smart-Mobility-Lösung VAMOS: Das Managementsystem sorgt nicht nur für flüssigen Straßenverkehr, sondern auch für die energieeffiziente Nutzung der Dresdner Infrastruktur.

Innerhalb von VAMOS haben sich die Projektpartner auch mit der Frage beschäftigt, wie die moderne Stadt die Konkurrenz zwischen öffentlichem und Individualverkehr auflösen kann. In einem Pilotprojekt wurde dazu ein digitaler, webbasierter Fahrerassistent entwickelt, der den ÖPNV an Ampeln auf intelligente Weise steuert. Über ein fest installiertes Smartphone übermittelt das Leitsystem dem Bus- und Straßenbahnfahrer der DVB Informationen und empfiehlt die Geschwindigkeit, die den Verkehr der Auto- und Radfahrer am wenigsten beeinträchtigt – und in der Gesamtrechnung damit den Energieverbrauch deutlich verringert.

VAMOS, das als Prototyp mit Erfolg im Ballungsraum Dresden eingesetzt wird, ist modular aufgebaut. Andere Städte können so entweder einzelne Teillösungen oder aber gleich das gesamte System auf ihre Kommune übertragen.

Mit Computern heizen : Computer -„Kraftwerke “ sorgen für Energie und Wärme
Wachsende Städte sind auf einen intelligenten Umgang mit Energie angewiesen. Produktion, Speicherung und Bereitstellung von Energie werden sich in der „Smart City“ massiv verändern. In der smarten Stadt von morgen finden nicht nur neue, für die Erfordernisse des urbanen Raums entwickelte Technologien und Produkte ihre Anwendung. Hin und wieder sind es schlicht frische Ideen, die den Unterschied machen. Mit Computern zu heizen, ist so eine Idee, die in Dresden vom Unternehmen Cloud&Heat Technologies GmbH erfolgreich umgesetzt wird. Das unter dem Namen AoTerra gegründete Start-up baut in Dresdner Häuser erfolgreich Hardware- Server ein, deren Rechenleistungen auf der einen Seite von Unternehmen für Cloud-Anwendungen und -Dienste genutzt werden. Auf der anderen Seite dient die von diesem „Kraftwerk“aus aktiven Servern abgegebene Wärme dazu, Häuser zu beheizen und Wasser zu erhitzen. Der Vorteil dieser Technologie liegt auf der Hand: Sowohl die Rechenleistung als auch die gewonnene Energie stehen kostengünstig zur Verfügung.

Dresden ist auf dem Weg zur „Smart City“ bereits weit vorangekommen – dank seiner innovationsfreudigen Technologielandschaft, starken Netzwerkstrukturen und hoch qualifizierten Fachkräften.

Landes Hauptstadt Dresden, Amt für Wirtschaftsförderung

Ansprechpartner
Michael Kaiser
T. +49 (0) 351 / 488 87 34
Fax +49(0)351 / 488 87 33
MKaiser1@dresden.de
www.dresden.de/invest

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