Zukunftsfähige Quartiere

Die Stadtverwaltung hat bei der Programmumsetzung sehr frühzeitig externe Partner wie Verbände, Vereine oder Wohnungsbaugesellschaften mit in die Verantwortung genommen. So konnte nach dem Auslaufen des hauptamtlichen Quartiersmanagements beispielsweise eine ehrenamtliche Fortführung in Trägerschaft eines Bürgervereins initiiert werden, die ein Vorbild für ähnlich gelagerte Quartiersentwicklungen darstellen kann.

Quartier am Fritz -Kühn -Platz
Integraler Bestandteil der Gesamtmaßnahme ist die Umgestaltung und Aufwertung des Fritz-Kühn-Platzes, einer innerstädtisch geprägten, zentral gelegenen Grünfläche. Dieser Platz, zugleich siedlungshistorisch die Wiege Iserlohns mit dem ältesten Bauwerk der Stadt (Bauernkirche, um 985 n. Chr.), weist heute erhebliche funktionale Defizite auf und ist über Jahrhunderte als kirchennaher Friedhof genutzt worden. Unmittelbar angrenzend befinden sich die Reste der alten Stadtmauer und eine Vielzahl historischer Bauten aus dem 17.–19. Jahrhundert. Ein großer Teil der historischen Bausubstanz steht unter Denkmalschutz und ist von hoher städtebaulicher und siedlungshistorischer Bedeutung. Zugleich befinden sich aufgrund schwierigster Vermietungssituation und unterlassener Bauunterhaltung jedoch viele Gebäude z. T. in einem ruinösen Zustand. Insbesondere die Straßenzüge Am Zeughaus, Südengraben und Mühlentor als Teile des Quartiers, die unmittelbar an die Fußgängerzone angrenzen und eine Verbindungsfunktion zum Fritz-Kühn-Platz übernehmen, weisen erhebliche Defizite auf. Neben der Durchführung der Umgestaltungsmaßnahmen am Platz in Trägerschaft der Stadt Iserlohn liegt ein besonderes Augenmerk auf der Aufwertung und Stabilisierung dieser innenstadtnahen Wohngebiete.

Revitalisierungsstrategie
Die Stadt Iserlohn entwickelt dieses Quartier partnerschaftlich mit der IGW–Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH. Während die Stadt eine aktive Liegenschaftspolitik betreibt, welche aus dem gezielten Ankauf und der Nutzung der Instrumente des besonderen Städtebaurechts besteht, übernimmt die IGW den operativen Teil der Stadtentwicklung. Grund dafür ist, dass die IGW bei der strategischen Grundstücksentwicklung und deren anschließenden Nutzung einen größeren Gestaltungsspielraum besitzt.

Bei der Revitalisierung der Straßenzüge wird eine Doppelstrategie verfolgt: Über den gezielten Erwerb und die Entwicklung von Schlüsselimmobilien, die sich heute in einem ruinösen Zustand befinden und/oder historisch und städtebaulich als herausragende und erhaltenswerte Zeugnisse der Zeitgeschichte eingestuft werden können, werden zum einen gezielte Impulse im Quartier gesetzt. Zum anderen werden zeitgleich Konzepte zur Stabilisierung und Aufwertung des gesamten Quartiers entwickelt. Aufgrund des heutigen Zustands der Einzelobjekte können auch an diesem Standort nicht alle Objekte vor dem Untergang bewahrt werden, sodass es partiell zum Rückbau von Bausubstanz gekommen ist bzw. in den nächsten Monaten und Jahren kommen wird. Zur späteren Wiederbebauung der entstandenen Baulücken werden Architekturwettbewerbe durchgeführt, um hier den besonderen Herausforderungen des Bauens im Bestand im historischen Umfeld gerecht zu werden. Neben einzelobjektbezogenen Maßnahmen plant die IGW darüber hinaus die Realisierung von Gemeinschaftswohn- und Inklusionsprojekten, die auch Baublockgröße erreichen und somit mehrere Immobilien umfassen können. Um die geplanten Impuls- wirkungen entfalten zu können, wurden in den Jahren 2014/2015 im gesamten Quartier insgesamt 20 Immobilien erworben, die nun sukzessive einer Umgestaltung und Sanierung bzw. dem Abbruch und Neubau zugeführt werden. Der gesamte Umsetzungszeitraum ist dabei bis ca. 2021 bemessen. Durch die sukzessive Entwicklung können schnelle Impulswirkungen für das Quartier erzielt und das wirtschaftliche Risiko minimiert werden. Die Umsetzung der Maßnahmen wird von einer breit angelegten Öffentlichkeitsarbeit begleitet, die nicht nur der Information der Öffentlichkeit dient, sondern gleichzeitig partizipatorische Möglichkeiten für die Quartiersbewohner bietet.

Die handelnden Akteure Stadt und IGW sind von der Zukunftsfähigkeit des Standortes überzeugt und entwickeln sowohl die Einzelmaßnahmen als auch die Gesamtstrategie in enger, partnerschaftlicher Weise, um Zielkonflikte oder aufwendige Abstimmungsprozesse auf ein Minimum zu reduzieren.

Stadt Iserlohn
Ansprechpartner
Mike-Sebastian Janke I Ressortleiter
Stadt Iserlohn, Ressort Planen, Bauen, Umwelt- und Klimaschutz
T. 02371/217-1060
bauressort@iserlohn.de

Olaf Pestl I Geschäftsführer
IGW – Iserlohner Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft mbH
T. 02371/793-121
pestl@igw-wohnen.de

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