MIES VAN DER ROHE IN AACHEN

Überraschend anders ist die aktuelle Sonderausstellung im Ludwig Forum. Sie zeigt nämlich weltweit zum ersten Mal einen ganz besonderen und mindestens genauso wichtigen Teil von Ludwig Mies van der Rohes architektonischem Schaffen in großem Umfang und aus einer monografischen Perspektive heraus: die Arbeit an und mit Fotomontagen und Collagen.

Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) ist ein Kind Aachens, er wurde in der Stadt geboren und machte hier seine ersten Schritte in Richtung Raumgestaltung. Nach einer Lehre als Maurer und einer Anstellung als Zeichner, kam er zum Aachener Architekten Albert Schneiders, über den er schließlich Kontakte nach Berlin knüpfte und später übersiedelte, um in der Hauptstadt seine visionäre Architektur weiterzuentwickeln.

Dabei spielten seine Fotomontagen und Collagen eine zentrale Rolle. Denn kaum eine bildnerische Technik reflektiert die ästhetischen Prinzipien, den Zeitgeist und das Lebensgefühl der Moderne wie die der Collage bzw. Montage. Gerade weil sie so völlig frei, ohne den Zwang architektonischer Funktionalität, mit visionären Raumkonstellationen spielen können, sind sie autonom und gewähren tiefe Einblicke in den konzeptionellen und künstlerischen Schaffensprozess des Architekten.

Die Besucher können sozusagen eintauchen in die idealen Grundideen, aus der sich die Architektur Mies van der Rohes ableitet. Dada, Konstruktivismus und De Stijl – wie kein anderer Architekt seiner Zeit nutzte Mies van der Rohe diese Bildtechniken, um seine künstlerischen und ästhetischen Ideen zum Neuen Bauen in Wettbewerben, Ausstellungen und Zeitschriften zu visualisieren.

Noch bis zum 12. Februar sind die rund 50 Ausstellungsstücke unter dem Namen „Mies van der Rohe. Die Collagen aus dem MoMA“ im Aachener Ludwig Forum zu sehen – es handelt sich dabei meist um großformatige Fotomontagen und Collagen des Architekten selbst. Hinzu kommen aber auch etwa 40 moderne und zeitgenössische Werke, die die Stücke Mies van der Rohes in einen weiteren Kontext setzen.


 

Mehr Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Webseite des Ludwig Forums.

Bilder

© Thomas Ruff

© 2016. MoMA, New York, Scala, Florence

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