ZUKUNFTSARCHITEKTUR // FUTURO

Es sieht aus als wären in Berlin, direkt am Ufer der Spree gegenüber des Plänterwaldes, Außerirdische gelandet. Man kann es sehen, wenn man an der Uferpromenade entlang geht, das kleine raumschiffartige Objekt auf der gegenüberliegenden Flussseite. Was wie aus einem Zukunftsfilm entsprungen wirkt und so nostalgisch daher kommt, ist seriöse Architektur aus den 1960ern.

„Futuro“ wurde vom finnischen Architekten Matti Suuronen 1964 entworfen. Hintergrund war die Anfrage eines Freundes, der eine beheizbare Skihütte haben wollte, die sich leicht ab- und wieder aufbauen ließ – gerade auch in den Bergen. Auf der Finnfocus-Exportmesse in London wurde das „Futuro“ 1968 schließlich zum Publikumshit, es fand sich sogar ein Investor, mehrere hundert Anfragen gingen ein. Doch mit der Ölkrise im Jahr 1973 wurde der Kunststoff für die Herstellung des Objektes zu teuer – „Futuro“ war am Ende. So wurden im Endeffekt nur 22 “Futuros“ in Finnland und etwa 28 im Ausland gebaut. Das mit der Seriennummer 13 steht in Berlin an der Spree. Von 1969 bis 1991 diente es als Funkhaus im ehemaligen „Spreepark“, einem DDR Freizeitpark im Disneyland-Stil. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

Das „Futuro“ war im 60er Jahre Stil ausgestattet, voll mit Küche, Bad und sogar Feuerstelle, Grill und Heizung – schließlich war es ursprünglich als Skihütte konzipiert worden. Die Hülle besteht aus 16 Schalensegmenten aus Fiberglas mit isoliertem Hartschaum. Für Licht und eine perfekte Rundum-Aussicht sorgen zwanzig Plexiglasfenster. Das Gewicht betrug etwa 4 Tonnen, „Futuro“ kostete etwa 12.000 Dollar, als es 1968 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.


Nähere Infos bietet die Webseite FuturoHaus.

Fotos © Alexander Koch

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