WARTEN IN NEUEN SPHÄREN

Der 2006 von SANAA errichtete Fährhafen © RASMUS HJORTSHØJ

Vor rund 10 Jahren hat SANAA – das preisgekrönte, von Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa geführte Architekturstudio aus Tokyo – auf der japanischen Insel Naoshima einen Fährhafen fertiggestellt, der in seinem Design wenig überraschte (viel Glas, schmale Stahlstützen, großes Dach) wenig überraschte, dennoch aber in einer architektonisch soliden Ausarbeitung die funktionellen Anforderungen eines Terminals durchaus gut erfüllt.

Gut zehn Jahre später, 2017, kehrt das Duo aus Tokyo auf die Insel zurück, um einen völligen Gegensatz zu ihrer Architektur von 2006 zu realisieren. Statt rechten Winkeln dominieren bei der Ausarbeitung eines zusätzlichen Bereiches für Besucherinnen und Besucher runde, wolken-ähnliche Formen die Architektur. Die Konstruktion soll ab sofort als Wartebereich für Passagiere dienen und integriert zudem Sanitäranlagen und einen Fahrradabstellraum.

Der neue Wartebereich ist eine Konstruktion aus sphärischen Kugeln © SANAA

8 Meter ist der neue Pavillon hoch und umfasst eine auf den ersten Blick willkürliche Anordnung von semi-transparenten, nahezu sphärisch anmutenden Bubbles, von denen jede einen Durchmesser von 4 Metern aufweist. Die Bubbles bestehen aus faserverstärktem Polymer und werden von einem Gerüst aus Holzbalken getragen. Mit einer Dicke von gerade einmal 5 mm schützt die Überdachung und lässt gleichzeitig Tageslicht durch das leicht transparente Obermaterial in den neuen Wartebereich eindringen.

Das neueste Werk der talentierten Architekten von SANAA hat keinen geringeren Anspruch als das neue Wahrzeichen einer Region zu werden, die für eine besondere Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit an Kunstprojekten und Installationen bekannt ist. Dem unverwechselbaren Design gelingt es, dass sowohl Besucherinnen und Besuchern als auch Einheimischen niemals den Fährhafen aus den Augen zu verlieren. Wo das nächste Schiff ablegt ist ab sofort unverkennbar.


Photo © SANAA

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