WAS PASSIERT DA EIGENTLICH IN SPANDAU?

Auch der Wohnungsmarkt in Berlin ist seit geraumer Zeit hart umkämpft. Wer sich nach Wohnraum in der Hauptstadt sehnt, der zudem auch noch durch Qualität besticht, sollte vielleicht auch einmal einen Bick in den westlichsten Bezirk Berlins werfen: Spandau. Die unterschätzte grüne Oase im Westen. Eine von Fachwerk geprägte Altstadt, Wälder und gleich mehrere Seen und die Havel direkt vor der Türe. Keine Spur vom Großstadtstress.

Entwicklungsgebiet Wasserstadt Oberhavel © WBM / Gewobag

Als viertgrößter Bezirk Berlins weist Spandau die geringste Anzahl an Bewohnern auf und ist ein Standort mit dessen zukünftiger Weiterentwicklung man wachsenden Metropolen wie Berlin gerecht werden könnte. Das Potenzial Spandaus haben längst auch einige Projektentwickler für sich entdeckt. Viel ist passiert und viel wird passieren in Spandau. Von einem regelrechten Bauboom der Wohnungswirtschaft kann hier die Rede sein. Eines der größten Neubauprojekte ist „Das Neue Gartenfeld“. Ein neues Wohnviertel für 10.000 Menschen, das von der UTB-Projektmanagementgesellschaft nach Entwürfen des Büros COBE Berlin entwickelt wird. Als historischer Kern des neuen Viertels soll die Belgienhalle erhalten werden, in der vor 100 Jahren die Metallfabrik des Siemens-Kabelwerkes eingerichtet wurde. Neben Wohnungen wird auch eine ganz neue Infrastruktur durch Kitas, eine Schule, ein Kino sowie ein Theater und Galerien geschaffen. Ein weiteres Projekt ist derzeit die Umnutzung der Nauener Kreisklinik in Staaken. 740 Wohneinheiten möchte die Prinz von Preußen Grundbesitz AG in dem ehemaligen Fliegerhorst unter dem Titel „Metropolitan Park“ im Spandauer Ortsteil Staaken realisieren. Die Fertigstellung ist für 2019 angestrebt. Im Ortsteil Hakenfelde ist die Entwicklung der „Pepitahöfe“ derzeit in vollem Gange. Hier entsteht Berlins größtes Quartier. Der Standort wurde bereits im Rahmen der Planungen für die Wasserstadt festgeschrieben. Bereits ab März 2018 sollen die ersten Mieter in die 1024 neuen Wohnungen einziehen. Im September 2018 wird das neue Quartier dann bereits vollständig bewohnt sein. Im Juni 2017 wurde Richtfest gefeiert. Für das Vorhaben haben sich die städtischen Wohnungsbaugesellschaften Degewo und die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) mit der privaten Kilian Projektmanagement Berlin GmbH zusammengetan. Und auch der Projektentwickler und Bauträger PROJECT Immobilien hat Spandau längst als Markt für sich erkannt. Von den 70 Eigentumswohnungen, die mit den „Haake Höfen“ realisiert wurden, sind bereits heute 50% verkauf. Mit der „Havelperle“ realisiert der Projektentwickler zudem einen Wohnturm in direkter Wasserlage mit Raum für 76 Eigentumswohnungen. Im August ist außerdem der Verkaufsstart für 33 neue, gehoben ausgestattete Eigentumswohnungen an der Schönwalder und Fehrbelliner Straße gestartet. Der Baubeginn für das Ensemble ist für das erste Quartal 2018 vorgesehen.

Die Außenanlagen der Pepitahöfe im Überblick © ANES PST Intertec

Natürlich stellt sich bei all der Neuentwicklung von hochwertigem Wohnraum auch in Spandau die Frage nach der Bezahlbarkeit – insbesondere dann, wenn die private Wohnungswirtschaft sich eine hohe Rendite erwartet. Das Land Berlin gibt vor, dass private Investoren bei Großbauprojekten eine Quote von 25% im Sozialwohnungsbau zu realisieren haben. Wohnungsbaugesellschaften wie die Degewo oder die WBM hingegen müssen mindestens 30% an Sozialwohnungen vorhalten.

Heiß diskutiert wird derzeit die Schließung bzw. Erhaltung des Flughafen Tegels, der im unmittelbar angrenzenden Bezirk Reinickendorf auch einen großen Einfluss auf die Lebensqualität in Spandau hat. Die Spandauer Wasserstadt Overhavel wächst beispielsweise unmittelbar in der Einflugschneise zwischen Eiswerder und dem Maselakekanal entlang der Oberhavel. Für Großprojekte wie die „Pepitahöfe“ wurden bereits im Vorfeld Schallschutzmaßnahmen aufgrund des noch laufenden Flugbetriebs berücksichtigt. Egal wie die Entscheidung Ende September ausfällt – hier möchte man gewappnet sein – auch vor Lärm. Dennoch sei angemerkt, ob – auch wenn die Offenhaltung von Tegel aus mancher Sicht als unproblematisch angesehen wird – die dortigen Flächen nicht viel dringender für den Bau von Mietwohnungen genutzt werden könnten.


Bildcredits Slider:

Bild „Neues Gartenfeld“ © COBE
Bild „Pepitahöfe“ © Cramer Neumann Architekten
Bild „Lebensart Spandau“ © PROJECT Immobilien

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