NEUE SCHULEN IN TIRANA: 24 STUNDEN AN 365 TAGEN IM JAHR GEÖFFNET

Stefano Boeri Architetti hat sich ein neues Konzept für Albaniens Hauptstadt Tirana überlegt: Es sollen dort im Nordwesten der Stadt auf fast 30000 m² drei Schulen enstehen, die rund um die Uhr geöffnet sind und nach dem Unterricht zu wichtigen sozialen Zentren für Bewohner jeden Alters werden.

Die Bildungseinrichtungen entstehen innerhalb des von Grimshaw Architects entworfenen Masterplans, der  die Umgestaltung der wichtigsten sozialen Knotenpunkte der Stadt integriert – der Viertel Don-Bosco, Shiponja und Kodër-Kamëz.

Für gewöhnlich werden nach dem Unterricht die Schulen für die Öffentlichkeit geschlossen – so jedoch nicht in Tirana: Die roten Ziegel- und Weißzementgebäude – traditionelle Materialien, die in Tirana selbst gefertigt werden und auf die italienische Architektur der Stadt verweisen – sollen nach den Schulstunden als Kultur- oder Veranstaltungsorte dienen, um Bewohner aller Generationen zusammenzubringen. Es seien neue „lokale Epizentren“, in denen sich das öffentliche Leben der Region versammeln werde.

Das größte Gebäude wird dabei die Kodër-Kamëz-Schule sein: Sie integriert einen Kindergarten, eine Vor- und Mittelschule sowie eine weiterführende Schule auf fast 12000 Quadratmetern. Die anderen beiden Gebäude umfassen unter anderem ein Gymnasium sowie Einrichtungen für Kleinkinder und die Vorschulerziehung. Alle Schulen verfügen auch über offene Versammlungs- und Sozialräume.

Gekennzeichnet sind die Gebäude vor allem durch jede Menge Pflanzen: Sie sind umgeben von weitläufigen Grünflächen und umfassen bepflanzte Hof-Spielplätze sowie begrünte Dächer.

„Die Schule muss für einen neuen Lebensrhythmus offen sein. Es muss ein aktiver Ort sein zu jeder Tageszeit, an jedem Tag des Jahres, für alle, in jedem Alter: Großeltern, Jugendliche, lokale Vereine, kreative Unternehmen, Institutionen „, sagte Studiogründer Stefano Boeri. „Die offene Schule ist das Herz unserer Gesellschaft, die mit dem Leben, das darin und darum herum fließt, schlägt. Sie beherbergt Treffen, Dialoge für Vereine ohne Zentrale und  öffnet die Türen für diejenigen, die einen Raum für soziale und kulturelle Unternehmungen suchen“, heißt es weiter.

Stefan Boeri ist für seine pflanzenbedeckte Architektur bekannt, die sich „Vertical Forests“ nennt – erst kürzlich zog er einige Aufmerksamkeit mit dem Vorschlag auf sich, dass eine dichte Anpflanzung als Abschreckung für Fahrzeug-geführten Terrorismus dienen könnte. Er hat aus diesem Grund ein System von Baumbarrieren in Florenz geplant.

Auch die Architekturbüros MVRDV, BIG und Himmelb(l)au sind an den aktuellen Entwicklungen in Tirana beteiligt.

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Foto Credits @ Stefan Boeri Architetti

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