OCEAN CLEANUP: PLASTIK AUS DEM MEER WIEDER AN LAND BRINGEN

An diesem Wochenende beginnt die bislang größte Befreiungsaktion von Plastik aus dem pazifischen Ozean. Die Non-Profit-Organisation „Ocean Cleanup“, ansässig in den Niederlanden, startet am Samstag ihr Beta-Bereinigungssystem für den Pazifik. Nach hunderten von Modellversuchen, vielen Prototypen und zahlreichen Forschungsexpeditionen hat die Organisation jetzt genug Vertrauen, um das Projekt zu starten.

Das System funktioniert wie ein riesiger Pac-Man: 600m lang, mit einem drei Meter unter die Wasseroberfläche ragenden „Rock“ wird die U-förmige Barriere von Wind und Wellen durch das Meer getrieben und schluckt auf seinem Weg Plastik. Es kann dabei Partikel erwischen, die kleiner als einen Millimeter sind. Durch seine Form wird Plastik in die Mitte des Systems geleitet, das immer etwas schneller als der umherschwimmende Kunststoff ist. Es hat einen „Pacific Garbage Patch“ zum Ziel, eine Ansammlung von Plastikmüll, die durch die Meeresströmungen an einen gemeinsamen Ort geschwemmt werden. Auf halber Strecke zwischen Kalifornien und Hawaii soll der Patch 1.8 Billionen Stücke Plastik enthalten und eine Fläche bedecken, die doppelt so groß wie Texas ist.

Während der aktuellen Mission, die als Proof-of-Concept-Initiative angesehen wird, werden Leistungsdaten gesammelt, um alle Designverbesserungen zu ermitteln, die für zukünftige Implementierungen vorgenommen werden könnten. Das System ist mit solarbetriebenen und satellitengestützten Sensoren, Kameras und Navigationslichtern ausgestattet, um die Position an vorbeifahrende Schiffe weiterzuleiten und eine umfassende Überwachung des Systems und der Umwelt zu ermöglichen. Ein Schiff wird auch nach dem Einsetzen des schwimmenden Geräts mehrere Wochen lang als Beobachtungsbasis für das Projekt dienen.

Es bleibt spannend, wie gut das System dabei den rauen Bedingungen des Ozeans standhalten kann – es wird zunächst für 14 Tage auf 240 Seemeilen getestet, um zu erörtern, was es noch zu verbessern gibt. Falls nicht erfolgreich, kann das Team zurück zur Küste San Franciscos kehren, wo die Aktion startet. Es besteht aber die Hoffnung, 1200 Seemeilen weiterzuschippern, wo dann die eigentliche Säuberung beginnen soll.

Das Ziel: 50% des Mülls aus dem Patch innerhalb von fünf Jahren entfernen und zurück an Land bringen, wo wiederverwertet und in Produkte weiterverarbeitet werden soll, die verkauft werden, um künftige solcher Operationen zu unterstützen. Zum Endziel hat sich Ocean Cleanup gesetzt, bis 2040 den Plastikmüll im Pazifik um 90% zu reduzieren – das würde 14.000 Tonnen entfernten Plastiks pro Jahr bedeuten, der hinterher effizient verarbeitet werden kann.

Es könnte das erste Mal sein, dass frei schwimmender Kunststoff erfolgreich auf dem Meer gesammelt wird. Schätzungsweise sollen nach sechs Monaten Kunststoffchargen wieder an Land ankommen – der eigentliche Höhepunkt der Aktion.

Falls sich das Projekt als erfolgreich erweist, wird es erweitert werden und in den nächsten zwei Jahren bis zu 60 weitere solcher Systeme ausschwärmen.

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Fotocredits © Ocean Cleanup

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