BERLIN: KLIMANEUTRALES VIERTEL IN LICHTENBERG FERTIGGESTELLT

Die HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH zeigt, wie es umweltfreundlich und günstig zugleich gehen kann: Sie haben kürzlich zwei klimaneutrale achtgeschossige Wohnhäuser mit 99 Wohnungen auf 5.400 m2fertiggestellt. Sie folgt damit dem Klimaschutzplan der Bundesregierung, der vorsieht, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Bestand an Gebäuden zu realisieren. Klimaneutral heißt in Lichtenberg, dass die Gebäude nur so viel CO2ausstoßen wie die Natur wieder abbauen kann. Die Bauten wurden als KfW-40-Plus-Energieeffizienz-Häuser errichtet.

Doch das ist noch nicht alles: Die HOWEGE wollte zugleich eine Antwort auf den – insbesondere in Berlin – dringend benötigten bezahlbaren Wohnraum bieten. Die Hälfte der neuen Wohnungen wird im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus gefördert, Einstiegsmieten beginnen hier bei 6,50 Euro – auch alle anderen Einheiten kosten im Durchschnitt unter zehn Euro pro Quadratmeter.

Das Neubauquartier erfüllt jetzt schon die Klimaschutzziele und geht sogar darüber hinaus: Voraussichtlich werden die Gebäude eine negative Klimabilanz erzielen – erlaubt sind sieben Kilogramm CO2 pro Quadratmeter, um sich „klimaneutral“ zu nenn, hier werden es wahrscheinlich nur -4 Kilogramm sein. Erzielt wird diese umweltfreundliche Bilanz durch unterschiedliche Maßnahmen. Zum einen spielt die energetisch optimierte Bauweise der Gebäude, unter anderem die Fassadendämmung, hier eine wichtige Rolle. Die Photovoltaikanlage mit über 400 Modulen auf dem Dach und einem Batteriespeicher im Erdgeschoss dient nicht nur dem Umweltschutz: Sie bietet den Mietern zudem die Möglichkeit, günstigen, CO2-freien Mieterstrom direkt vom Dach zu beziehen, der ebenfalls zu der geringen Gesamtmiete beiträgt. Das ganzheitliche Energiekonzept schließt darüber hinaus dezentrale Trinkwasserstationen mit niedrigen Systemtemperaturen sowie eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ein. Dabei wird verbauchte Luft nach außen geleitet und gleichzeitig kalte Luft angesaugt. Laut HOWOGE lassen sich allein durch die Trinkwasserstationen CO2-Einsparungen von bis zu 30 Prozent erzielen.

Ein weiteres Plus ist, dass weniger Rohrleitungen benötigt werden. Dadurch könnten laut HOWOGE bei einem Projekt mit 600 Wohnungen dadurch allein 120 mmehr Fläche entstehen.

Dass bislang nicht überall der KfW-40-Plus-Standard gilt, liegt vor allem an finanziellen Aspekten – laut HOWOGE wird sich dies aufgrund steigender Nachfrage wahrscheinlich ändern.

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Fotos © HOWOGE | Dombrowsky

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