PARIS: DIGITALES KUNSTWERK ZEIGT AUSWIRKUNGEN DES KLIMAWANDELS AUF BÄUME UNMITTELBAR AUF

Wir haben kürzlich berichtet, dass man in Paris ein besonderes Augenmerk auf Transformationen legt, die den Klimawandel eindämmen können. Aktuell trägt eine neue Kunstinstallation einmal mehr dazu bei, auf die gravierenden Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur aufmerksam zu machen: Der niederländische Künstler Thijs Biersteker hat in Kooperation mit dem Wissenschaftler Stefano Mancuso eine Installation in der Fondation Cartier für zeitgenössische Kunst im 14. Arrondissement der französischen Hauptstadt geschaffen, die in Echtzeit auf ein Display projiziert, wie die Bäume in der Gegend unter dem Klimawandel zu leiden haben.

Der Titel des Projekts lautet „Symbiosia“, was abermals die enge Verbindung zwischen Mensch und Natur unterstreichen soll – vor allem wie stark der Mensch dafür sorgt, was mit der Natur geschieht und wir zum anderen auf die Natur angewiesen sind, um ein gesundes und wertvolles Leben führen zu können. Genau dieses Bewusstsein will Biersteker mit seiner interaktiven Installation schärfen: Eine visuelle Darstellung der Auswirkungen auf einem Display regt die Fußgänger zum Stehenbleiben an – darauf sind Faktoren wie der tägliche Verkehr und die steigenden Temperaturen abgetragen und wie sie das Wachstum der lokalen Bäume beeinträchtigen.

Laut Biersteker seien die symbiotischen und kommunikativen Beziehungen, wie sie in der Natur vorherrschten, der Schlüssel zur Vorbereitung der Menschen darauf, den unschätzbaren Wert eines harmonischen Ökosystems zu begreifen – das sei dringend notwendig für eine Zukunft, die optimalerweise ein Gleichgewicht zwischen Technologie, Menschheit und Natur ist.

Mancuso, der Pflanzenneurobiologe in Florenz ist, half bei der Entwicklung eines kalkulatorischen, datengesteuerten Systems, das die Echtzeit-Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur in der Stadt abschätzt. Die Daten werden auf dem digitalen Display als sich bewegende Muster von Baumringen dargestellt – dabei wird jede Sekunde ein neuer Ring generiert. Diese Visualisierung beruht auf den Daten verschiedener Sensoren, die Sonneneinstrahlung, CO2-Gehalt, Luft- und Bodenqualität sowie Temperatur und Feuchtigkeit messen. Diese Faktoren führen zu Schwankungen in der Photosynthese der Bäume, die wiederum das Wachstum der Ringe beeinflussen. Anhand der Dicke und Form der Ringe sind die kurz- und langfristigen Auswirkungen des Klimawandels für die Besucher ersichtlich.

Das Projekt gibt Bäumen eine „visuelle Stimme“ zum Thema Klimawandel. Die Installation wurde im Rahmen der Ausstellung „Trees“ der Fondation Cartier errichtet. Diese zielt darauf ab, den neusten wissenschaftlichen Erkenntnisstand zum Thema Bäume in den Fokus zu rücken – sie werden dabei als Lebewesen mit einem umfangreichen Gedächtnis und wichtigen kommunikativen Fähigkeiten dargestellt. Die Ausstellung kann noch bis zum 10. November 2019 besichtigt werden.

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Fotos © Thibaut Voisin | Thijs Biersteker

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