MOSKAU: BEWOHNERFREUNDLICHE VIERTEL STATT INDUSTRIEGEBIETE

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Moskau. Eine Stadt mit 12 Millionen Einwohnern, Tendenz steigend. Außerdem eine Stadt mit zahlreichen Industriestandorten, die oftmals schon seit langer Zeit ungenutzt brachliegen. Die momentane Entwicklung deutet aber immer mehr in eine andere Richtung – weg von der Industrie und hin zur bewohnerfreundlichen Stadt. 

An dieser Stelle setzen aktuell viele Stadtentwicklungsprojekte an. So auch der kürzlich entschiedene internationale Wettbewerb zur Revitalisierung des Industriegebiets Magistralnye Ulitsy am westlichen Teil der dritten Ringstraße Moskaus. Der Gewinnerentwurf für den Masterplan für das sogenannte „MAZD-Territorium“ stammt vom New Yorker Architekturbüro ODA.

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Startschuss für Transformation des gesamten Stadtteils

Sie werden vor den Toren Moskaus ein 9,3 Hektar großes Industrieareal in ein gemischt genutztes Viertel mit Wohn- und Geschäftseinheiten transformieren. Überall in Moskau sind diese Standorte zu finden, die zum Großteil wertvolle Bedingungen aufweisen. Vor allem die häufig vorhandenen, direkten Verbindungen zu den Hauptverkehrsachsen bietet einen enormen Vorteil. Beim MAZD-Gebiet soll der Masterplan der Startschuss für die gesamte Transformation des Industriestandorts sein. Man erhofft sich dadurch eine große Wirkung auf die Entwicklung des umliegenden Viertels, die weitere Maßnahmen ins Rollen bringen soll.

Die Entwürfe zeichnen sich architektonisch durch eine eindrucksvolle Silhouette aus, deren Form die Topographie eines Hügels nachahmt. Hinter diesem ikonischen Gebäudekomplex verbirgt sich ein vielfältiges Programm. Unter dem charakteristischen Dach befinden sich im Inneren des Komplexes zwei Typologien von Wohneinheiten: Zum einen Villen, die sich um ruhige Innenhöfe anordnen, zum anderen Wohntürme, die einen weiten Blick über die Stadt ermöglichen.

Städtische Grünflächen schaffen fließenden Übergang

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Oben befinden sich Eigentumswohnungen, in den unteren Etagen dürfen sich die künftigen Bewohner über Flächen für Einzelhandel, Büros und Freizeit- sowie Gastronomieangebote freuen. Städtische Grünflächen runden das Programm ab und schaffen einen fließenden Übergang zum Viertel drum herum. Alle Angebote sind durch Fußgängerwege in einer Weise miteinander verbunden, die Landschaft und Architektur miteinander in Einklang bringt.

ODA haben es sich zum Ziel gemacht, einen vielschichtigen Lebensraum für Freizeitaktivitäten und nachbarliche Zusammenkünfte zu schaffen. Sie wollen einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklung des städtischen Gefüges leisten. Damit ist die Wandlung des Industriegebiets zu einem fußgängerfreundlichen, grünen und vielfältigen Stadtteil gemeint, der mit Innovationen viele Bewohner anziehen soll. Sie achten dabei auch auf die Schaffung eines Gleichgewichts aus öffentlichen und privaten Räumen. 

Ein weiteres Plus ist der modulare Aufbau des Projekts, der sich flexibel an zukünftige Entwicklungen anpassen lässt. ODA maximieren die urbane Ausbreitung der Stadt und schaffen ein gemischtes Viertel aus Wohn-, Geschäfts- und öffentlichen Räumen. Der Komplex soll perspektivisch als Katalysator für das zukünftige Wachstum des umliegenden Viertels fungieren und einen sinnvollen Beitrag zur Entwicklung des städtischen Gefüges leisten. 

Leuchtturmprojekt für Moskaus Stadtentwicklung

Zwar am Rande der Stadt gelegen, liegt der Stadtteil dennoch nah genug an Moskaus Geschäftsbezirk, um den neuen Bewohnern zahlreiche Verbindungen zu ermöglichen. Es wird ein zukünftiges Leuchtturmprojekt der Stadt sein, das deutlich in der Skyline der Stadt sichtbar sein wird. ODA will neue Maßstäbe für ein zukünftiges Ziel mit Fußgänger-, Grün- und gemischter Sanierung setzen.

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Insgesamt folgen die vorgeschlagenen Programme dem Moskauer Trend zu einer dichten, gemischten und begehbaren Region, in der Architektur und Landschaft gemeinsam gestaltet werden. Die Verflechtung von öffentlichen und Erholungsräumen mit Wohn- und Büroräumen wird das Ortsgefühl deutlich stärken.

Der Masterplan in Moskau ist eines von vielen Stadtentwicklungsprojekten von ODA, die unter anderem Projekte in Rotterdam, New York und Mexiko umsetzen.

„Moskaus Zentrum ist vorwiegend Büro-, Handels-, Gastfreundschafts-, Kultur- und Regierungsgebäuden gewidmet. Die meisten Menschen leben um den zweiten und dritten Ring herum in groß angelegten Wohnkomplexen, während sich die Industrie vor allem entlang des dritten Rings konzentriert. Das Stadtleben ist eine ständige Bewegung von den äußeren Ringen zum Stadtzentrum und zurück durch Autobahn- und öffentliche Verkehrssysteme. Das MAZD ist einer der ersten Versuche der Stadt, ein wirklich gemischt genutztes Viertel in den äußeren Ringen zu schaffen. Sein Ziel ist es, dem wachsenden Wunsch von Jahrtausenden zu entsprechen, in einer selbstversorgenden, begehbaren Nachbarschaft zu leben, in der die Grenzen zwischen Wohnen, Arbeiten und Spielen verschwimmen.“

– Eran Chen, Gründungsdirektor der ODA

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