PRITZKER-PREIS 2020: AUSZEICHNUNG FÜR YVONNE FARREL UND SHELLEY MCNAMARA

Yvonne Farrell und Shelley McNamara. © Alice Clancy

Seit 1978 arbeiten die beiden Architektinnen und Pädagoginnen Farren und McNamara an einer gemeinsamen Vision von Raum und Freiraum. Das von Ihnen mitbegründete Büro Grafton Architects ist weltweit aktiv und wurde bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Besonders geschätzt werden die einzigartigen Entwürfe für Schul- und Universitätsgebäude. Zu den preisgekrönten und bekanntesten Arbeiten von Yvonne Farrel und Shelley McNamara gehören Gebäude wie die der Loreto Community School in Milford, Irland und der Universitäten in Toulouse und Mailand. Einem größeren Publikum wurden Farrel und McNamara spätestens im Jahr 2018 bekannt, als sie gemeinsam die Biennale in Venedig kuratiert haben.

Viele gute Gründe

Bocconi Universität, Mailand. © Federico Brunetti

Die Pritzker-Jury bescheinigt den beiden Freundinnen ein besonderes Gespür für die Balance zwischen Stärke und Zartheit und lobte die immer feinfühlige Berücksichtigung des jeweils ortsspezifischen Kontextes. Weiter honoriert die Jury die eigene architektonische Stimme der beiden. „Für ihre Integrität in der Herangehensweise an ihre Gebäude, aber auch für die Art und Weise, wie sie ihre Praxis ausüben, für ihren Glauben an die Zusammenarbeit, für ihre Großzügigkeit gegenüber ihren Kollegen, für ihr unablässiges Engagement für hervorragende Architektur, ihre verantwortungsbewusste Haltung gegenüber der Umwelt, ihre Fähigkeit, kosmopolitisch zu denken und gleichzeitig die Einzigartigkeit jedes Ortes, an dem sie arbeiten, zu würdigen. Aus all diesen und weiteren Gründen werden Yvonne Farrell und Shelley McNamara mit dem Pritzker-Architekturpreis 2020 ausgezeichnet“, heißt es in der Begründung der Jury für 2020.

100.000 Dollar Preisgeld

University of Engineering and Technology, Lima, Peru. © Iwan Baan

Der Pritzker-Preis gilt innerhalb der Architektur-Branche als renommierteste Auszeichnung, ist vergleichbar mit dem Nobelpreis und jährlich mit 100.000 Dollar dotiert. Erstmalig vergeben wurde die Auszeichnung im Jahr 1979. Bisher wurden zwei deutsche Architekten ausgezeichnet: Gottfried Böhm im Jahr 1986 und Frei Otto 2015. Weitere Preisträger waren unter anderem Zaha Hadid, Norman Foster und Peter Zumthor. Im letzten Jahr gewann der Japaner Arata Isozaki den Pritzker-Preis. Damit ging die begehrte Auszeichnung bereits zum siebten Mal in das Land der aufgehenden Sonne – häufiger als in jedes andere Land der Welt.

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